Dienstag, 12. April 2005 09:30
kreuzmeldungen
Eine Eiligsprechung? + Keine Konkubinierenden als Religionslehrer + Katholischer Frauenverein fühlt Zwang zum Homo-Konkubinat + Aggressiv und überflüssig + Die Volksrepublik, der Vatikan und ein Visum
Eine Eiligsprechung?

Vatikan. Die Kardinäle sind sich – will man einer Schlagzeile des deutschen Boulevardmagazins ‘Stern’ glauben – darüber uneins, ob und wie schnell Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen werden soll. Einige sollen es besonders eilig haben und seien bereits daran, Unterschriftenbögen zu unterschreiben, um eine schnelle Eröffnung des Prozesses durchzusetzen. Die Unterschriftenliste soll dem nächsten Papst überreicht werden. Die Quelle für die Spekulationen des ‘Stern’ ist offenbar der polnische Sekretär der Heiligsprechungskongregation, Erzbischof Edward Nowak. Der Erzbischof meinte gegenüber einer italienischen Zeitung, daß er bereits die nächste Bischofssynode im Oktober als geeignete Gelegenheit empfinde, um eine entsprechende Verkündigung zu machen. Der verstorbene Papst könnte – so Erzbischof Nowak – äußerst schnell heiliggesprochen werden.

Keine Konkubinierenden als Religionslehrer

Österreich. „Aufgrund der persönlichen Lebensumstände dieser Religionslehrerin ist ein Unterrichten momentan nicht vorstellbar.“ Der Leiter des Schulamts der Diözese Innsbruck im Westen von Österreich blieb trotz Proteste bei seiner Entscheidung. Eine Religionslehrerin darf in den nächsten beiden Jahren keine Religionsstunden übernehmen. Der Grund: Die Pädagogin und Mutter ist geschieden und lebt mit einem ebenfalls geschiedenen Mann im Konkubinat.

Katholischer Frauenverein fühlt Zwang zum Homo-Konkubinat

Schweiz. Der Schweizerische Katholische Frauenbund kämpft nach eigenen Angaben schon seit fünf langen Jahren „engagiert“ für die gesellschaftliche und rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Unzüchtiger. Die katholischen Frauen verkündeten in einer gestrigen Stellungnahme, daß Sexualität eine Gabe Gottes und die Homosexualität angeblich eine Variante davon sei. Die Anerkennung des Homo-Konkubinates durch den Staat sei „zwingend“. Im Rahmen eines Referendums stimmen die Schweizer am 5. Juni über ein „Partnerschaftsgesetz“ ab. Künftig soll das Konkubinat homosexuell gestörter Menschen juristisch der Ehe gleichgestellt werden.

Aggressiv und überflüssig

Frankreich. Die im März untersagte Werbung des französischen Modehauses „Marithe et Francois Girbaud“ bleibt weiterhin verboten. Die Plakate stellen zwölf Frauen und einen ungenügend bekleideten Herr im Abendmahlssaal dar. Im Rechtsstreit zwischen der katholischen Kirche und der Modefirma bestätigte das Pariser Berufungsgericht das verhängte Verbot. Mitte März hatte ein Pariser Gericht festgestellt, daß die Plakate einen „aggressiven und überflüssigen Eingriff in das Innerste des Glaubens“ darstellten.

Die Volksrepublik, der Vatikan und ein Visum

China. Das chinesische Außenministerium warf dem Vatikan vor, angeblich neue diplomatische Hindernisse aufzubauen. Der Sprecher des Außenministeriums der kommunistischen Diktatur reagierte auf Berichte, wonach der taiwanesische Staatspräsident ein Visum erhalten habe, um an den Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Papst teilzunehmen. China habe zwar sein Beileid zum Tode von Papst Johannes Paul II. bekundet, unter den gegenwärtigen Umständen habe die kommunistische Regierung aber keine Delegation zur Trauerfeier entsenden können. Der Heilige Stuhl unterhält diplomatische Beziehungen zu Taiwan. Die chinesischen Kommunisten erwarten vom Vatikan, daß diese Beziehungen abgebrochen werden.
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