Mittwoch, 13. April 2005 09:27
Die seit Jahren praktizierte skandalöse Art der Kommunionausteilung während der Papstmessen auf dem Petersplatz trägt Früchte. Am Montag verkaufte ein US-Amerikaner bei e-bay eine Hostie, die ihm während einer Papstmesse in die Hand gedrückt wurde. Die konsekrierte Hostie wechselte den Besitzer für 2000 Dollar.

(kreuz.net) Mit der Handkommunion kann man Geld machen. Im Internet-Auktionshaus e-bay wurde am Montag
eine offenbar bei einer Papstmesse konsekrierte Hostie verkauft. Käufer und Verkäufer stammen aus den
USA. Die konsekrierte Hostie wurde am 9. April zu einem Ausrufspreis von 100 Dollar (77 Euro) angeboten.
Am 11. April wechselte der Leib Christi für 2000 Dollar (rund 1550 Euro) den Besitzer. Vier Personen
haben bei der Versteigerung mitgeboten.
Der auf e-bay publizierte Verkaufstext:Um es gleich zu sagen:
Ich bin nicht katholisch und glaube nicht, daß ich in die Hölle fahren werde, weil ich dieses Kleinod
verkaufe. Wenn mir jemand also eine Nachricht schicken will, um mir dies zu sagen, soll er seine Zeit
nicht verschwenden. Die Nachricht wird gelöscht, noch bevor sie gelesen ist.
Bei der Hostie handelt
sich um ein Erinnerungsstück an einen großen Nachmittag mit Papst Johannes Paul II. Sie ist eine echte
Eucharistie, die ich von der Papstmesse, an der ich am 18. Oktobers 1998 teilnahm, aufgespart habe. Die
erste Hostie konsumierte ich, dann ging ich zurück und bekam eine weitere zum Aufheben. Der Priester
warf mir dabei einen sehr bösen Blick zu!
Ich habe ein Semester in Florenz studiert. Einige von uns
fuhren nach Rom, um an einer Papstmesse teilzunehmen. Ich bin nicht katholisch. Aber ich fand alles sehr
interessant. Neben der Hostie besitze ich auch das Begleitbüchlein für die Messe und die Eintrittskarte.
Alles ist in italienischer Sprache abgefaßt. Ich besitze auch vier vatikanische Briefmarken aus dem Jahr
1998.
Außerdem gehört mir ein Flaschenöffner, den ich 1992 bei einem anderen Rombesuch kaufte. Wenn
ich das richtig verstanden habe, wird ein Gegenstand automatisch gesegnet, den man in der Hand hält,
wenn Papst Johannes Paul II. bei der Messe in einem bestimmten Augenblick spricht. Ich habe den Flaschenöffner
während einer Messe mit dem Papst im Jahr 1992 in der Hand gehalten. Er trägt das Bild des Papstes auf
der einen und ein Bild des Trevi-Brunnens auf der anderen Seite.
Die Gegenstände aus dem Jahr 1998 –
die Hostie, das Begleitbüchlein für die Messe, die Eintrittskarte und die Briefmarken – waren seit dem
in Plastik in meinem Notizblock eingelegt. Sie waren kaum dem Licht oder der Luft ausgesetzt.
Alles befindet
sich in einem super Zustand. Ich glaube, das Angebot ist aus verständlichen Gründen extrem selten.
Ein Ordensmann, der seit Jahren im Vatikan tätig ist, wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß die
unwürdige Praxis der Kommunionausteilung während der Papstmessen schon lange ein großes Ärgernis darstellt.
Dutzende von Priestern teilten die heilige Kommunion meist in größtem Gedränge aus. Häufig würden
Hostien von einem Gläubigen zum anderen weitergereicht, weil es im Gedränge schwierig sei, den Priester
zu erreichen.
Die vor etwa fünfzehn Jahren auch im Vatikan eingeführte Handkommunion habe die Situation
völlig entarten lassen. Natürlich habe es immer schon Mißbräuche mit dem Altarsakrament gegeben, meinte
der Priester: Aber die Handkommunion habe diesen Mißbräuchen Tür und Tor geöffnet.
Heute würden
die Mißbräuche mit der heiligen Kommunion durch den Verweis auf Christus schöngeredet, da sich dieser
ja auch in die Hände seiner Peiniger überliefert habe. Doch das seien – so der Kurienmitarbeiter – „scheinheilige
Sprüche“ jener, denen die Sorge um die Eucharistie gleichgültig ist.