23:38:13 | Freitag, 30. Oktober 2009
Das Bistum ergießt sich in Beteuerungen: „Es war ein Mißverständnis.“ Man habe zuerst gedacht, es werde eine Messe zelebriert: „Aber es handelt sich um einen reinen Wortgottesdienst. Da spricht ja nichts dagegen.“

Das auf verschiedenen Foren im Internet gepostete Plakat der morgigen Veranstaltung sprach klar von einer „Messe“
(kreuz,net, Graz) Die für morgen geplante Diskomesse in der Stadt Hartberg im Südosten Österreichs
wird nur als Wortgottesdienst abgehalten.
Offenbar hat die Diözesanleitung des Bistums Graz-Seckau eingegriffen.
Die Veranstaltung wurde auf Plakaten ausdrücklich als „Messe“ angekündigt.
Heute abend berichtete
die regionale ‘Kleine Zeitung’ aber ganz selbstverständlich, daß der Pfarrer von Hartberg, Hw. Josef
Reisenhofer, in der städtischen Disko Excalibur „einen Wortgottesdienst“ halten wird.
Die Veranstaltung
wird von der kirchlich finanzierten Organisation ‘Katholische Jugend’ organisiert.
Sie ist Teil einer
Rock-Messen-Reihe mit dem Titel „Number-won“ – kurz: „nr-won“.
Die sogenannten Jugend-Gottesdienste orientieren
sich ausdrücklich an der von Christoph Kardinal Schönborn unterstützten Wiener Disko-Meßreihe „Find
Fight Follow“.
Die Liturgieskandal-Meß-Reihe begann am Ostermontag 2008 in der Stadtpfarrkirche Hartberg.
Jeder Liturgieskandal wird nach Angaben einer eigenen Webseite „in jugendlicher Sprache mit moderner Musik,
Lichttechnik, Videowalls und Tanz“ eigens vorbereitet.
Bilder früherer „nr-won“ Jugendmessen zeigen
klar, daß dort jeweils Messen gefeiert wurden.
Die morgige
Veranstaltung wird in der Disko als Wortgottesdienst mit Predigt abgehalten.
Hw. Reisenhofer will einen
Kontrapunkt zu den US-protestantischen „Halloween-Feiern“ setzen: „Ich sage Hallo Jesus, statt Halloween.
Es ist ein Schritt auf die Jugendlichen zu. Sie sind die Zukunft der Kirche.“
Die Disko sei für junge
Leute angeblich ein Ort der Freude, des Tanzens, der Begegnung, des Feierns – illusioniert Hw. Reisenhofer
eine Welt aus Drogen, Suchtmittel und sexueller Dekadenz:
„Warum sollte also Jesus nicht auch hier gefeiert
werden?“
Das Thema des morgigen Wortgottesdienstes lautet „Um Leben und Tod“.
Nach Angaben der ‘Kleinen
Zeitung’ ist die Diözese Graz-Seckau „mittlerweile“ einverstanden:
Pressesprecher Martin Gsellmann beteuerte:
„Es war ein Mißverständnis. Die Diözese dachte zuerst, es wird eine Messe abgehalten, aber es handelt
sich um einen reinen Wortgottesdienst. Da spricht ja nichts dagegen.“