16:21:02 | Montag, 8. Februar 2010
Eine Einheit zwischen der neugläubigen Amtskirche und der altgläubigen Priesterbruderschaft Sankt Pius X. ist menschlich unmöglich. Doch dann kommt ein Aber.
(kreuz.net) An Mariae Lichtmeß übergab Bischof Bernard Fellay – der Generalobere der Priesterbruderschaft
Sankt Pius X. – dreizehn neuen Seminaristen die Soutane.
Die Zeremonie fand im französischsprachigen
Priesterseminar der Gemeinschaft in Ecône in der Südwestschweizer Gemeinde Riddes statt.
Keine Schweizer
oder französische Diözese konnte in diesem Jahr so viele Eintritt verzeichnen.
Während seiner Predigt
sprach Mons. Fellay auch über die Verhandlungen der Bruderschaft mit dem Vatikan.
Er betont, daß die
gegenwärtigen Gespräche „Diskussionen“ und keine „Verhandlungen sind“.
Seine Bestandesaufnahme ist
nüchtern: „Wenn man die Tendenzen und Gedanken anschaut, die gegenwärtig in der Kirche vorherrschen,
bekommt man den Eindruck, daß unsere heutige Feier damit nichts gemeinsam hat“ – erklärte er.
Mons.
Fellay stellte fest, daß ein Erdbeben die Kirche bis auf ihre Grundfesten erschüttert habe.
Darum könne
man sich fragen, ob die Diskussionen mit Rom zu einem schnellen Ergebnis führen könnten:
„Offen gesagt
und menschlich gesprochen, sehen wir diese Übereinstimmung nicht kommen“ – erklärt er.
Seine Bruderschaft
führe diese Gespräche in der Hoffnung, „daß die Wahrheiten, die wir auf der höchsten Ebene der Kirche
verkündigen, die Herzen berühren.“
Das bedeute keinen Ausverkauf der Wahrheit, um einen Mittelweg zu
finden:
„Darum werden wir menschlich nie zu einer Übereinstimmung gelangen – jawohl, menschlich gesehen,
werden wir zu keiner Übereinstimmung gelangen, so wie wir die Dinge jetzt sehen: Menschlich gesprochen
nützt es nichts.“
Doch dann fügt der Bischof hinzu: „Aber wenn wir von der Kirche sprechen, dann reden
wir nicht auf eine menschliche Weise, wir reden von einer übernatürlichen Wirklichkeit, der unser Herr
versprochen hat, daß sie nicht schwinden wird und die Pforten der Hölle sie nicht überwinden werden.“
Obwohl man sich einer „schwierigen und widersprüchlichen“ Wirklichkeit gegenübersehe, wisse man, „daß
die Angelegenheit in der Hand Gottes sei, der die Macht hat, die Dinge wieder auf das Geleise zu bringen.“
Darum würden Diskussionen nicht genügen: „Die Heiligkeit ist notwendig, durch welche die Kirche jung
wird und Heilung findet.“