Alte Messe
Ein leidenschaftlicher Appell für die internationale Alte Messe
Ein deutscher Pfarrer hat die Alte Messe eingeführt: „Der Gregorianische Choral ist in den Charts aufgetaucht, weil er aus den Kirchen verschwunden ist.“
Die Alte Messe hat unzählige Heilige hervorgebracht
Die Alte Messe hat unzählige Heilige hervorgebracht
© birmingham_lms_rep, CC
(kreuz.net) Seit Anfang 2010 feiert Pfarrer Markus Pohl (39) von Oerlinghausen jeden Samstag vormittag eine Messe im Alten Ritus.

Die Pfarrei Oerlinghausen liegt gut zehn Kilometer südöstlich von Bielefeld und gehört zum Erzbistum Paderborn.

Hw. Pohl erlebte die Alte Messe zum ersten Mal im Studium und war davon fasziniert.

Kürzlich hat er seinen Gläubigen die Messe aller Zeiten in seinem Pfarrbrief erklärt. Der Text ist auf der Webseite ‘summorum-pontificum.de’ online abrufbar.

Für viel Menschen in der Pfarrei werde die Alte Messe eine „Neue“ Form sein – beginnt der reformfreudige Pfarrer:

„Aber gerade viele junge Menschen haben sich schon an den Orten eingefunden, wo die Heilige Messe auch bisher schon in der alten Form gefeiert wurde.“

Verstehen ohne zu verstehen

Hw. Pohl beginnt mit drei alltäglichen Überlegungen, die für die Lateinische Sprache und den Hochaltar argumentieren.

Er erklärt, daß ihm die Texte des Liedermachers Herbert Grönemeyer gefallen, obwohl dieser undeutlich und unverständlich singt.

Ferner erklärt der Pfarrer, daß sich niemand im Kino, im Fußballstadion oder im Theater daran stört, daß alle gemeinsam in die gleiche Richtung schauen.

Schließlich fragt Hw. Pohl, ob es nicht schön wäre, wenn man sich auf der ganzen Welt über die wichtigsten Dinge in einer Sprache austauschen könnte.

Liebeserklärung an die Messe aller Zeiten

Danach hält der Geistliche im Pfarrbrief ein flammendes Plädoyer für die Alte Messe:

„Es ist die Messe, die unsere Eltern als Kinder, unsere Großeltern und Urgroßeltern vorgefunden und gefeiert haben.

Es ist die Messe aller Menschen, die wir als Heilige verehren und die vor 1970 gestorben und in die Herrlichkeit des Himmels – von dem die Kirche und die Heilige Messe ein Vorgeschmack sein wollen – eingegangen sind.

Es ist die Messe, die sich seit der Liturgiereform so nicht oder kaum noch finden ließ in deutschen Gemeinden, obwohl sie doch bis 1970 die übliche Messe in allen Kirchen der Welt gewesen ist.

Sie ist lateinisch und schlägt den Bogen bis zur Sprache der Kreuzesinschrift, zu Pontius Pilatus und den frühen Christen.

Sie ist lateinisch und wird gefeiert, wie sie im Meßbuch steht, und entzieht sich so der ‘Kreativität’ von Priester oder Gemeinde. Sie ist objektiv.

Sie ist bis auf Papst Gregor den Großen († 604) und darüber hinaus zurückzuführen.

Sie ist lateinisch und damit wirklich „katholisch“ – allumfassend, international.“

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Pfarrer Pohl gibt auch ein persönliches Zeugnis.

Einmal zelebrierte er in der belgischen Stadt Antwerpen eine Messe, an der Flamen, Wallonen, Deutsche und Afrikaner teilnahmen.

Beim gemeinsamen lateinischen Credo verstand der Geistliche, daß die verschiedenen Rassen eine große Familie der Glaubenden sind.

Das könnten Katholiken an den großen Wallfahrtsorten immer wieder erleben:

„Schade, daß diese internationale Sprache gerade in Vergessenheit geriet, als die Menschen mit Urlaub und Reisen gerade so richtig mobil und international wurden.“

Hw. Pohl erinnert ferner an ein Poplied der Gruppe ‘Enigma’, das vor einigen Jahren viele Jugendliche erstmals mit dem Gregorianischen Choral bekannt machte.

Die Musik sei „in den Charts aufgetaucht, weil sie aus den Kirchen verschwunden war“.