11:01:17 | Freitag, 12. März 2010
Ein deutscher Pfarrer hat die Alte Messe eingeführt: „Der Gregorianische Choral ist in den Charts aufgetaucht, weil er aus den Kirchen verschwunden ist.“
(kreuz.net) Seit Anfang 2010 feiert Pfarrer Markus Pohl (39) von Oerlinghausen jeden Samstag vormittag
eine Messe im Alten Ritus.
Die Pfarrei Oerlinghausen liegt gut zehn Kilometer südöstlich von Bielefeld
und gehört zum Erzbistum Paderborn.
Hw. Pohl erlebte die Alte Messe zum ersten Mal im Studium und war
davon fasziniert.
Kürzlich hat er seinen Gläubigen die Messe aller Zeiten in seinem Pfarrbrief erklärt.
Der Text ist auf der Webseite ‘summorum-pontificum.de’ online abrufbar.
Für viel Menschen in der Pfarrei
werde die Alte Messe eine „Neue“ Form sein – beginnt der reformfreudige Pfarrer:
„Aber gerade viele junge
Menschen haben sich schon an den Orten eingefunden, wo die Heilige Messe auch bisher schon in der alten
Form gefeiert wurde.“
Verstehen ohne zu verstehenHw. Pohl beginnt mit drei alltäglichen Überlegungen,
die für die Lateinische Sprache und den Hochaltar argumentieren.
Er erklärt, daß ihm die Texte des
Liedermachers Herbert Grönemeyer gefallen, obwohl dieser undeutlich und unverständlich singt.
Ferner
erklärt der Pfarrer, daß sich niemand im Kino, im Fußballstadion oder im Theater daran stört, daß
alle gemeinsam in die gleiche Richtung schauen.
Schließlich fragt Hw. Pohl, ob es nicht schön wäre,
wenn man sich auf der ganzen Welt über die wichtigsten Dinge in einer Sprache austauschen könnte.
Liebeserklärung
an die Messe aller ZeitenDanach hält der Geistliche im Pfarrbrief ein flammendes Plädoyer für die
Alte Messe:
„Es ist die Messe, die unsere Eltern als Kinder, unsere Großeltern und Urgroßeltern vorgefunden
und gefeiert haben.
Es ist die Messe aller Menschen, die wir als Heilige verehren und die vor 1970 gestorben
und in die Herrlichkeit des Himmels – von dem die Kirche und die Heilige Messe ein Vorgeschmack sein wollen –
eingegangen sind.
Es ist die Messe, die sich seit der Liturgiereform so nicht oder kaum noch finden ließ
in deutschen Gemeinden, obwohl sie doch bis 1970 die übliche Messe in allen Kirchen der Welt gewesen
ist.
Sie ist lateinisch und schlägt den Bogen bis zur Sprache der Kreuzesinschrift, zu Pontius Pilatus
und den frühen Christen.
Sie ist lateinisch und wird gefeiert, wie sie im Meßbuch steht, und entzieht
sich so der ‘Kreativität’ von Priester oder Gemeinde. Sie ist objektiv.
Sie ist bis auf Papst Gregor
den Großen († 604) und darüber hinaus zurückzuführen.
Sie ist lateinisch und damit wirklich „katholisch“ –
allumfassend, international.“
Kirchliche Perlen von den Schweinen gefundenPfarrer Pohl gibt auch ein
persönliches Zeugnis.
Einmal zelebrierte er in der belgischen Stadt Antwerpen eine Messe, an der Flamen,
Wallonen, Deutsche und Afrikaner teilnahmen.
Beim gemeinsamen lateinischen Credo verstand der Geistliche,
daß die verschiedenen Rassen eine große Familie der Glaubenden sind.
Das könnten Katholiken an den
großen Wallfahrtsorten immer wieder erleben:
„Schade, daß diese internationale Sprache gerade in Vergessenheit
geriet, als die Menschen mit Urlaub und Reisen gerade so richtig mobil und international wurden.“
Hw.
Pohl erinnert ferner an ein Poplied der Gruppe ‘Enigma’, das vor einigen Jahren viele Jugendliche erstmals
mit dem Gregorianischen Choral bekannt machte.
Die Musik sei „in den Charts aufgetaucht, weil sie aus
den Kirchen verschwunden war“.