Muselmanen
Mystiker und Bürokratie-Katholiken halten sich nicht an Dogmen
Das Erzbistum Köln unterstützt und finanziert einen Auftritt islamischer Tänzer in einer Kirche. Das Ziel: die Sünden wegtanzen.
Im Herbst 2007 tanzten Derwische in der Wiener Votivkirche.
Im Herbst 2007 tanzten Derwische in der Wiener Votivkirche.
© Pressebild Fotodienst / Nadine Bargad
(kreuz.net, Köln) Am kommenden Fest des Heiligen Joseph findet in der Kirche Johannes XXIII. in Köln eine interreligiöse angebliche „Nacht der Mystik“ statt.

Die Veranstaltung wird auf einer eigenen Webseite beworben. Sie möchte eine „Brücke zwischen allen Religionen“ bauen. Der Eintritt kostet 15 Euro.

Vatikanische Bestimmungen verbieten Veranstaltungen in Kirchen, bei denen Eintritt verlangt wird.

Unter den Programmpunkten gibt es auch einen muselmanischen „Tanz der Derwische“.

Derwische sind Angehörige einer muslimischen asketisch-religiösen Ordensgemeinschaft.

Sie versuchen, durch Askese, Meditiation und rituelle Tänze eine reine Seele zu erlangen.

Die Derwisch-Tänzer versetzen sich durch kreisende Bewegungen, die bis zu 45 Minuten dauern können, in Trance. Jede Zeremonie wird von einem Scheich geleitet.

Ein Musik-Ensemble der türkischen Religionsbehörde ‘Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion’ begleitet die Aufführung.

Erzbistum gegen katholische Basis

Sponsoren der umstrittenen Veranstaltung sind unter anderem das Generalvikariat des Erzbistums Köln, der Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln, der Katholikenausschuß der Stadt Köln und das Katholische Bildungswerk der Stadt Köln.

Ein Vertreter des Kölner ‘Katholikenausschusses’, Wolfgang Dichans (62), bewarb die Veranstaltung vor der Regionalzeitung ‘Kölner Stadtanzeiger’.

Den Mystiker definierte Dichans als jemanden, der Gott suche:

„Mystiker halten sich nicht an Dogmen und das, was die Lehre vorgibt, sondern an das, was sie erfahren haben“ – projiziert Dichans seinen Kleinglauben auf andere.

Dichans gesteht, nach einer Erfahrungen mit Zen-Meditation in einem Benediktinerkloster jeden Morgen im Schneidersitz auf eine weiße Wand zu starren.

Er versuche dabei, an „Nichts“ zu denken.

Zur Frage, ob er mit der interreligiösen Veranstaltung überall offene Türen vorgefunden habe, muß Dichans einräumen, daß es von der gläubigen Basis heftigte Widerstände gab.

Aber: „Wir werden sogar vom Erzbistum unterstützt.“