Mittwoch, 10. November 2004 18:19
UNO-Beamter verurteilt Polens Abtreibungsgesetze
Polen besitzt strengere Abtreibungsgesetze als die meisten Länder Europas. Ein UNO-Beamter beschuldigte Polen, angeblich „das Leben von Frauen zu gefährden“.
(kreuz.net, Warschau) Wie eine polnische Nachrichtenagentur berichtete, haben die Vereinten Nationen Polens strenge Abtreibungsgesetze kritisiert. Gleichzeit wurde der Schutz der Frauenrechte angemahnt.

Ein Beamter der Vereinten Nationen äußerte seine Befürchtung, daß polnische Frauen durch die derzeitige kinderfreundliche Gesetzeslage zu illegalen Abtreibungen gezwungen würden und dadurch das Leben der Mütter gefährdet würde.

Polnische Mediziner bemängelten, daß der UN-Beamte mit keinem Wort auf das Post Abortion Syndrom einging. Dieses Syndrom entwickelt sich bei Frauen nach einer Abtreibung und führt häufig zu körperlichen Beschwerden oder psychischen Problemen, die sich in Angstzuständen, Schweißausbrüchen, Schuldgefühlen, Schlaflosigkeit und schweren Depressionen äußern.

Das katholische Land Polen hat nach dem Ende des kommunistischen Regimes die Abtreibung fast ausnahmslos verboten. In der Zeit des Kommunismus war die Abtreibung eine eigentliche Volksseuche, die zahllose Opfer forderte.

Trotz der Verschärfung der polnischen Abtreibungsgesetzgebung kann ein Kind im Falle einer schweren Behinderung, einer Gefährdung des Lebens der Mutter oder einer Vergewaltigungsschwangerschaft auch in Polen abgetrieben werden.
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