Donnerstag, 5. Mai 2005 07:57
Die Himmelfahrt ruft den Glaube an den Ort, wo Christus nicht mit körperlicher Hand, sondern mit geistigem Verstand berührt wird. Aus einer Predigt zum Fest Christi Himmelfahrt. Von Papst Leo dem Großen († 461).

Bei der Himmelfahrt wird Christus auf eine höhere und heiligere Weise als Gottes Sohn anerkannt. Der
Menschensohn zieht sich in die Herrlichkeit der väterlichen Majestät zurück. Er beginnt als Gott gegenwärtiger
zu sein, während er als Mensch in eine größere Ferne rückte.
Darum vertieft sich der Glaube der Gläubigen.
Er nähert sich mit geistigen Schritten dem Sohn, der seinem göttlichen Vater gleich ist. Dabei vermißt
der Glaube die Berührung der körperlichen Natur – durch die Christus geringer ist als der Vater – nicht.
Dabei bleibt die Natur des verherrlichten Leibes natürlich bestehen.
Die Himmelfahrt ruft den Glaube
an den Ort, wo Christus – der einzige und dem Vater gleiche Sohn – nicht mit körperlicher Hand, sondern
mit geistigem Verstand berührt wird.
Als daher Maria Magdalena – ein Symbol für die Kirche – nach Christi
Auferstehung herbeieilte, um seinen Leib zu berühren, sagt der Heiland zu ihr: „Berühre mich nicht.
Denn noch bin ich nicht zu meinem Vater hinaufgegangen.“
Damit will er sagen: Ich möchte nicht, daß
du mich mit den leiblichen Sinnen erkennst. Ich verweise dich auf Höheres.
Ich bereite dir Größeres.
Du wirst mich auf eine vollkommener und wahrer Weise betasten, wenn ich zu meinem Vater aufgestiegen
bin. Dann wirst du erkennen, was du jetzt nicht berührst und glauben, was du jetzt nicht sehen kannst.
Die Jünger blickten dem Herrn, der in den Himmel aufstieg, nach und schauten in gespanntem Staunen himmelwärts.
Da traten zwei Engel in glänzenden Kleidern vor sie hin. Sie sagten: „Ihr Männer von Galiläa, was
steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen
wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“
Diese Worte lehren die Söhne
der Kirche zu glauben, daß Jesus Christus im gleichen Fleisch, in dem er aufgefahren ist, sichtbar wiederkehren
wird.
Laßt uns also mit geistlicher Freude jubeln. Wir wollen uns freuen und Gott danken.
Erheben wir
die Augen unseres Herzens zu jener himmlischen Höhe, in der Christus wohnt.