Freitag, 6. Mai 2005 09:21
Castelgandolfo atmet auf + Kirchenrechtliche Anerkennung für „Jugend 2000“ + Palastrevolution + Freundlich und gerecht + Die Kirche für den Sturm rüsten
Castelgandolfo atmet aufItalien. Benedikt XVI. verbrachte den Nachmittag des gestrigen Donnerstages
in der päpstlichen Sommerresidenz in Castelgandolfo. Die Ortschaft Castelgandolfo befindet sich 22 Kilometer
südöstlich von Rom am Albanersee. Von einem Fenster des Papstpalastes begrüßte Benedikt XVI. die Gläubigen.
„Liebe Freunde, das ist unser erstes von zahlreichen weiteren Treffen. Ich will“ – so der Papst – „wie
meine Vorgänger hier künftig meine Sommerferien verbringen. Wir sehen uns bald wieder.“ Der Papst genoß
den Abstecher in das – wie er meinte – „wunderschöne Städtchen“ in den Albaner Bergen sichtlich. Die
Bewohner von Castelgandolfo werden sich über die Botschaft des Papstes gefreut haben. Denn Johannes Paul
II. hat seine offizielle Sommerresidenz jahrelang gemieden und andere Urlaubsorte in Norditalien bevorzugt.
Die Devotionalienhändler und Restaurateure von Castelgandolfo waren darüber nicht sehr erfreut.
Kirchenrechtliche
Anerkennung für „Jugend 2000“Deutschland. Der Bischof von Eichstätt, Mons. Walter Mixa, hat die Erneuerungsbewegung
„Jugend 2000“ in seiner Diözese als „freien kirchlichen Zusammenschluß“ offiziell kirchenrechtlich anerkannt.
Gleichzeitig hat er Domvikar Christoph Wölfle (37) als geistlichen Begleiter der Jugendbewegung ernannt.
Dies berichtet die Pressestelle des Bistums heute Freitag. Bischof Mixa zelebriert aus diesem Anlaß am
Samstag, den 14. Mai, einen Gottesdienst für die Jugendlichen. „Jugend 2000“ ist eine weltweite Bewegung,
die sich zum Ziel gesetzt hat, die Weltjugendtage sowie deren Botschaften zu verbreiten. Der Zusammenschluß
hat sich des öfteren durch liturgische Besonderheiten hervorgetan.
PalastrevolutionIsrael. Dreizehn
Bischöfe und 25 Archimandriten der griechisch-orthodoxen Kirche des Heiligen Landes haben dem Jerusalemer
Patriarch Irenaios I. das Vertrauen entzogen. Archimandrit ist ein Ehrentitel für unverheiratete Priester.
Er entspricht dem Monsignore. In einem Schreiben werfen die Geistlichen Irenaios vor, er sei gefangen
in einem Gebilde von „Lüge, religiöser Verzerrung, Erniedrigung der Rolle des Patriarchen und unverantwortlichem
Umgehen mit Vermögen des Patriarchats“. Das berichtete ‘Radio Vatikan’. Sie erklärten den Patriarchen
zur persona non grata und kündigten rechtliche Schritte gegen Irenaios und seine Getreuen an. Man wolle
Licht in die Angelegenheit bringen und alles zurückholen, was verkauft wurde. Irenaios hatte mehrere
Gebäude in der Jerusalemer Altstadt, die dem griechisch-orthodoxen Patriarchat gehörten – an jüdische
Investoren verkauft. Dadurch kann die Judaisierung des christlichen Viertes der Altstadt weiter voranschreiten.
Die griechisch-orthodoxe Kirche ist im Heiligen Land einer der größten Grundbesitzer.
Freundlich und
gerechtVatikan. Papst Benedikt XVI. traf am vergangenen Dienstag mit dem Erzbischof von San Francisco,
Mons. William Levada, zusammen. San Francisco befindet sich im US-Bundesstaat Kalifornien im Westen der
USA. Der amerikanische Prälat ist ein langjähriger Freund des Heiligen Vaters. Er hat jahrelang in der
Glaubenskongregation gearbeitet und war mit dem damaligen Kardinal Ratzinger an der Erstellung des Katechismus
der Katholischen Kirche beteiligt. Er habe den Papst – so der Erzbischof – als einen Menschen kennengelernt,
der aufgrund seines Temperaments stets freundlich und gerecht sei. Mons. Levada unterstrich, daß der
Heilige Vater ein großes Interesse für die pastoralen Angelegenheiten der Kirche auf der ganzen Welt
habe. In den USA wird sogar gemunkelt, daß Levada als Nachfolger Benedikt XVI. in der Glaubenskongregation
im Gespräch sei.
Die Kirche für den Sturm rüstenDeutschland. „Andersgläubige oder säkulare Bürger
müssen nicht kühl auf den neuen Papst reagieren.“ Das sagte der Frankfurter Philosoph Jürgen Habermas
im Gespräch mit der deutschen Tageszeitung „Welt“. Es gebe Tendenzen für eine Entchristianisierung Europas,
aber der Grund dafür sei mit Sicherheit nicht der neue Papst. Den Bezug zum Heiligen Benedikt von Nursia
könne man als Hinweis sehen, daß Benedikt XVI. selbst mit einer solchen Möglichkeit rechne und die
Kirche für eine Situation wetterfest machen wolle, in der die Christen zu einer Minderheit schrumpfen.
Jürgen Habermas sagt von sich selber, Atheist zu sein.