Freitag, 13. Mai 2005 09:34
Ausverkauf
Das Bistum St. George im kanadischen Bundesstaat Neufundland steht vor dem Bankrott und sieht sich gezwungen, alle seine Besitztümer zu verkaufen. Grund für die Misere sind die Schandtaten eines Priester.
Bischof Douglas Crosby von St. George
Bischof Douglas Crosby von St. George
(kreuz.net, St. George) Der Priester Kevin Bennett wurde im Jahr 1990 hunderter Fälle von Unzucht mit Jungen beschuldigt. 39 der damaligen Opfer fordern Schadenersatz in der Höhe von umgerechnet 40 Millionen Euro.

Der Bischof des Bistums St. George, Mons. Douglas Crosby (55), gab deshalb am Montag bekannt, daß der gesamte Kirchenbesitz verkauft werden müsse: „Alles, alle Kirchen, alle Pfarrhäuser, alle Außenstationen“ sollen in bares Geld verwandelt werden.

Vom Verkauf der kirchlichen Immobilien erhofft sich das Bistum einen Ertrag von umgerechnet 8,2 Millionen Euro.

Ein Großteil der Opfer sei mit diesem Schadenersatz zufrieden, teilte deren Rechtsvertreter Greg Stack mit. Die rund 32.000 Gläubigen des Bistums Neufundland hingegen sind mit dem Verkauf nicht einverstanden, erklärte Bischof Crosby.

Ob der Ärger seiner Schäfchen religiös oder finanziell motiviert ist, gab der Hirte nicht bekannt. Tatsache ist jedoch, daß die Diözese St. George die Firma „Ernst & Young“ angeheuert hat, um ihre Finanzen wieder in Ordnung zu bringen.

Die Treuhandgesellschaft wiederum bittet die Gläubigen um ihr Geld. Dadurch soll sichergestellt werden, daß wenigstens einige Herzstücke des Bistums zurückersteigert werden können. Bischof Crosby hofft, daß rund ein Drittel des Besitzes wieder erworben werden kann.

Von 1961 bis 1989 soll Bennett die jungen Opfer mit Likör, Geld und Drohungen bestochen haben, über seine pädophilen Schandtaten zu schweigen. Von den zwanzig Jahren Haft, zu denen er verurteilt wurde, hat der Kinderschänder im Priestergewand vier Jahre abgesessen.

Inzwischen befindet er sich auf freiem Fuß und verbringt seinen Lebensabend auf einem Familienbesitz.

Der Prozeß gegen den Geistlichen dauerte insgesamt 16 Jahre und ging bis zum Obersten Kanadischen Gerichtshof.
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