13:10:44 | Samstag, 4. Juni 2005
Kinderschlachtung
Skandal in Linz! „Recht auf Leben“-Demonstration wurde verboten
Seit einem halben Jahr wird organisiert. Heute treffen in der Hauptstadt Oberösterreichs Hunderte von Teilnehmern ein. Doch jetzt hat das Magistrat der Stadt Linz die Veranstaltung am Hauptplatz abgeblasen. Was werden die betrogenen Lebensschützer unternehmen?
(kreuz.net, Linz) Seit einem halben Jahr organisiert die Initiative „Recht auf Leben“ eine Großkundgebung
am Linzer Hauptplatz. Die Veranstaltung wollte der abscheulichen Kinderabtreibung den Kampf ansagen.
Die Kundgebung wurde bereits am 9. Mai 2005 von Magistrat und Polizei der Stadt Linz genehmigt. Sie sollte
heute um 14.00 Uhr mit einem Vorprogramm beginnen. Anschließend war auf dem Linzer Hauptplatz eine Groß-Veranstaltung
mit mehreren Redner geplant.
Doch es wird anders kommen.
Drei Tage vor der Kundgebung bekamen die Lebensschützer
eine kalte Dusche. Sie erfuhren zufällig, daß gleichzeitig und am selben Ort eine Informationsveranstaltung
der österreichischen Urologenvereinigung stattfindet.
Die Urologie ist jener Teil der Medizin, der sich
mit der Erkrankung der Harnorgane befaßt.
Die Organisatoren der beiden Veranstaltungen kamen überein,
die beiden Veranstaltungen für die Dauer der Lebenskundgebung parallel abzuhalten.
Doch Magistrat und
Polizei der Stadt Linz lehnten ab.
Die fadenscheinige Begründung:
Das Magistrat mache sich strafbar,
wenn es an einem Ort zwei parallele Veranstaltungen erlaube. Die Behörden drohten sogar mit einer Untersagung
der Lebensschutzveranstaltung. Was seit langem angekündigt war, müsse an einen anderen Ort verlegt werden.
Simultane Veranstaltungen sind aber am Linzer Hauptplatz keine Seltenheit. Auch am heutigen Vormittag
werden dort zwei Anlässe durchgeführt.
Norbert Steinacher, der Verantwortliche der Lebenskundgebung,
ist empört: „Es ist skandalös, wie hier mit Lebensschützern umgegangen wird.“ Für die Stadtverwaltung
würden sich „sehr unangenehme“ Fragen stellen:
– „Wie ist es möglich, ein erteiltes Einverständnis
kurzerhand rückgängig zu machen?“
– „Warum hat uns das Magistrat am 9. Mai nicht auf die zweite Veranstaltung
auf dem Hauptplatz aufmerksam gemacht?“
– „Warum blockieren die Behörden einvernehmliche Lösungen,
die zwischen den Veranstaltern erzielt wurden?“
Die Kundgebung für das Leben sei polizeilich genehmigt
worden, erklärt der Organisator weiter. Seit 30 Jahren seien die ungeborenen Kinder ohne Rechtsschutz:
„Wie sieht es mit den Rechten jener aus, die sich für Menschen ohne Lebensrecht einsetzen?“
Die Lebensschützer
werden trotzdem klein beigeben. Das kündigten sie heute mittag in einer Pressemitteilung an.
Man werde
sich um 14.00 Uhr am Linzer Hauptplatz versammeln und anschließend Richtung Neuer Dom abziehen.
Die
angekündigten Reden werden vor der Linzer Bischofskirche gehalten. Anschließend wird die geschrumpfte
Groß-Kundgebung mit einer Heiligen Messe abgeschlossen. Der angekündigte Kardinal soll – wie man hört –
auch abgesagt haben.
„Der Kluge gibt nach“, meinte eine Person, die den Veranstaltern nahesteht.
„Diese
Art von Klugheit ist dafür mitverantwortlich, daß die Kinderabtreibung in Österreich immer noch blüht
und gedeiht“, erklärte ein anderer: „So ganz ernst ist es unseren Lebensschützern mit ihren Demonstrationen
nicht.“