Dienstag, 14. Juni 2005 15:14
Die Kardinäle auf der Straße
Am ersten Juli-Wochenende treffen sich die Regierungen der sieben reichsten Länder und Rußlands in London. Aus diesem Anlaß trommeln die zwei britischen Kardinäle ihre Schäfchen zusammen. Und was macht der Papst?
Der Erzbischof von London, Cormac Kardinal Murphy-O'Connor
Der Erzbischof von London, Cormac Kardinal Murphy-O’Connor
(kreuz.net, Edinburgh) Der Erzbischof von Westminster/London, Cormac Kardinal Murphy-O’Connor, ruft die Katholiken von England und Wales auf, ihn am 2. Juli auf die Straßen von Edinburgh zu begleiten.

Der Kirchenfürst will nämlich an diesem Tag für die Ärmsten und gegen die acht Reichsten demonstrieren.

Anlaß ist das G8 Treffen – der Gipfel der sieben reichsten Länder der Welt und Rußland – in London. Parallel dazu findet in Edinburgh eine Demonstration statt. Edinburgh befindet sich im Südosten Schottlands.

Die politische Prozession steht unter dem Namen „Make Poverty History“ – „Mach die Armut zur Vergangenheit“. Ihr Anliegen ist, die Millenniums-Entwicklungsziele ins Bewußtsein der G8-Staaten zu rücken.

Diese Entwicklungsziele wurden im Jahr 2000 von der UNO formuliert. Sie beinhalten als ersten und wichtigsten Punkt die Bekämpfung der Armut und des Hungers.

Der Londoner Kardinal wird die Demonstration selbst anführen. Zu seiner Seite wird der Erzbischof von Edinburgh/St. Andrews, Keith Kardinal O’Brien, marschieren.

Die beiden Kardinäle rechnen mit einer regen Teilnahme. Tausende Leute werden auf der Straße erwartet. Um die Anreise zu erleichtern, werden Pfarrei-Busse organisiert.

Höchstwahrscheinlich konzelebrieren die beiden Kardinäle im Anschluß an die Demonstration die Sonntagsvorabendmesse.

Kardinal Murphy-O’Connor von Westminster/London äußerte sich am vergangenen Sonntag im Britischen Rundfunk zur Veranstaltung:

Die Jünger Christi könnten sich den Leiden der Armen nicht verschließen. Die Ängste Afrikas und vieler anderer Teile der Erde seien auch unsere Sorgen.

Jeder Mensch habe eine ihm von Gott gegeben Würde: „Doch wir sind nicht in der Lage, unser Potential auf uns selber gestellt zu erreichen.“ Wir müßten vorher von Armut, Ausbeutung und Hoffnungslosigkeit befreit werden.

Kardinal Murphy-O’Connor richtete sich an alle Katholiken und Menschen guten Willens. Ihre Teilnahme an der Demonstration sei eine Botschaft an die Reichen der Welt:

„Bitte befreit eure Brüder und Schwestern. Handelt fair. Vergebt die unbezahlbaren Schulden. Helft mehr und besser.“

Die beiden Kardinäle sind vielleicht nicht die höchsten Kirchenvertreter, die eine Botschaft an die G8-Staaten richten werden. Im Rahmen eines Pop-Festival für die ärmsten Entwicklungsländer im Londoner Hyde Park wird möglicherweise auch der Papst – neben Bands wie U2, den Rolling Stones sowie Ex-Beatle Paul McCartney – zu Wort kommen.

Per Life-Schaltung über eine Videoleinwand.
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