Dienstag, 5. Juli 2005 19:12
Der Geistliche, Diplomat, Professor, Soldat, Organisator und Cartellbruder starb in der Nacht auf den vergangenen Samstag in Essen.
(kreuz.net) Prälat Richard Mathes ist im Alter von 64 Jahren zu seinem Schöpfer zurückgekehrt. Er erlag
in der Nacht auf Samstag um 01.21 Uhr in seiner Heimatstadt Essen einer schweren Krankheit.
Essen ist
die größte Stadt des Ruhrgebiets im Bundesland Nordrhein-Westfalen.
Richard Mathes wurde 1940 in Essen
geboren.
Nach seinem Abitur wurde er zunächst Berufssoldat bei der deutschen Bundeswehr. Er brachte
es bis zum Major.
Danach studierte er Theologie in Innsbruck, Paris, Cambridge, Rom und Bonn. Am Institut
Catholique in Paris promovierte er 1968 in Philosophie.
Im Heiligen Jahr 1975 wurde er als Diakon Sekretär
des deutschsprachigen Pilgerbüros in Rom. Er war dort für die Betreuung der Pilger aus den deutschsprachigen
Ländern zuständig.
Ein Jahr später erhielt er die Priesterweihe. Dann wurde er in Bochum Kaplan.
1977 erhielt Mathes einen Lehrauftrag in Philosophie an der Dominikaner-Universität „Angelicum“ in Rom.
Im gleichen Jahr wurde er zum Direktor des
Zentrums „Notre-Dame“ ernannt. Gleichzeitig war er auch Kulturattache
an der päpstlichen Vertretung in Jerusalem.
Das Zentrum „Notre-Dame“ ist ein großes Pilgerhotel, das
sich gegenüber der nördlichen Stadtmauer von Jerusalem befindet. Mathes wirkte dort bis 1998.
In Jerusalem
engagierte er sich für die Christen des Heiligen Landes. Er bemühte sich um eine Verständigung zwischen
Palästinensern und Israelis. Ebenso setzte er sich für die Ökumene und für christlich-jüdische Kontakte
ein.
Ab 1993 gehörte er zu den Arbeitsgruppen, welche die Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen
zwischen Israel und dem Vatikan vorbereiteten.
1998 wechselte Prälat Mathes nach Rom.
Bis zum Sommer
2004 war er dort Rektor der Kirche und des Priesterhauses Santa Maria dell’Anima – kurz: „Anima“ – in
der Nähe der Piazza Navona in der römischen Innenstadt.
In der Anima wohnen vor allem österreichische
und deutsche Priester, die sich in Rom zum Weiterstudium aufhalten. Die deutschsprachige Pfarrei Roms
ist ebenfalls dort beheimatet. Das Haus untersteht der Österreichischen Bischofskonferenz.
Prälat Mathes
bemühte sich um dringend notwendige Bau- und Renovierungsmaßnahmen. Es gelang ihm, die Stiftung wirtschaftlich
abzusichern.
Mathes war auch Gründungsmitglied der in Rom beheimateten deutschen Cartellverbindung ‘Capitolina’.
Für seine Verdienste wurde Prälat Mathes mit dem ‘Großen Goldenen Ehrenzeichen’ der Republik Österreich
ausgezeichnet.
Nach seinem Weggang aus Rom im Sommer 2004 kehrte der Prälat in seine Heimatstadt Essen
zurück und engagierte sich dort in der Pfarreiseelsorge.
Letzten Samstag erlag der verdiente Priester
in seiner Heimatstadt einer schweren Krankheit. Eine halbe Stunde vor seinem Tod erhielt er die Letzte
Ölung.
Das heilige Requiem wird am Donnerstag, den 7. Juli 2005 um 10.30 Uhr, in der Hl. Ludgerus Basilika
in Essen-Werden zelebriert.
Anschließend findet die feierliche Beisetzung statt.