14:54:30 | Mittwoch, 6. Juli 2005
Pastoraler Prozeß
Der Papst lobte angeblich den Fuldaer ‘Pastoralen Prozeß’
Vor wenigen Tagen empfing der Heilige Vater den Bischof von Fulda in Privataudienz. Mons. Algermissen informierte den Papst über Kritiker an der gegenwärtigen Strukturreform als „zahlenmäßig winzige Gruppe“.
(kreuz.net, Fulda) Als einen der ersten deutschen Bischöfe empfing Benedikt XVI. den Fuldaer Oberhirten,
Mons. Heinz Josef Algermissen. Bischof Algermissen sprach über die Privataudienz vom 1. Juli mit der
Fuldaer Zeitung.
Er habe – so Bischof Algermissen – während eines 20minütigen Gespräches in der Privatbibliothek
des Papstes Gelegenheit gehabt, sich mit dem Heiligen Vater unter vier Augen auszutauschen: „Es war ein
sehr gutes und eindrucksvolles Gespräch.“
Bischof Algermissen hat Papst Benedikt XVI. persönlich, im
Namen des Bistums und des Fuldaer Oberbürgermeisters Gerhard Möller eingeladen, bei einem ersten offiziellen
Deutschlandbesuch an das Grab des heiligen Bonifatius zu kommen.
„Der Heilige Vater bedankte sich freudig
und ließ durchblicken, daß er diese Einladung bedenken wolle, wenn eine offizielle Reise in sein Heimatland
anstehe.“
Ein Termin sei aber noch nicht abzusehen. Der Papstbesuch im August in Köln gilt ausschließlich
dem Weltjugendtag.
Der Papst habe hervorgehoben – so Mons. Algermissen – wie wichtig der Hl. Bonifatius
und sein Andenken für die Kirche in Deutschland seien.
Mit Blick auf den bevorstehenden Weltjugendtag
berichtete Mons. Algermissen: „Der Heilige Vater freut sich auf Köln, und wir freuen uns, daß er mit
der Jugend einen geistlichen Impuls wagen will.“
Bei dem Gespräch sei die warmherzige Art des Papstes
deutlich geworden, die in seiner Zeit als Präfekt der Glaubenskongregation nicht im Mittelpunkt der Wahrnehmung
gestanden sei.
In der Persönlichkeit des Heiligen Vaters verbänden sich ein klarer, analytischer Verstand
mit menschlicher Zugewandtheit: „Benedikt XVI. ist ein Glücksfall für die Kirche, auch wenn das in Deutschland
manchmal nicht so gesehen wird. In Rom ist man begeistert von ihm. Einige meiner Gesprächspartner dort
haben mir zur Wahl dieses deutschen Papstes gratuliert.“
Während des Gesprächs habe sich der Heilige
Vater auch nach der Entwicklung im Bistum Fulda erkundigt:
„Ich habe von den Aufbrüchen in unserer Diözese
berichtet und dabei vor allem vom Pastoralen Prozeß, der zur verbindlichen Kooperation selbstständig
bleibender Kirchengemeinden führen soll.“
Er habe mit dem Papst auch über Reaktionen aus „bestimmten,
zahlenmäßig winzigen Kreisen“ gesprochen.
Der Papst habe ihn – so Mons. Algermissen – in dem bestärkt,
was er mit vielen Mitstreitern in der Diözese gestalte:
„Der Heilige Vater unterstrich, es sei ein Gebot
der Stunde, aus seelsorglichen, personellen und finanziellen Überlegungen das Netz der Gemeinden heutigen
Erfordernissen anzupassen.“
Der Papst habe begrüßt, daß im Bistum Fulda keine Pfarrgemeinden aufgelöst
würden, da dies Gläubigen sehr weh täte.
Auch der vatikanische Außenminister, Erzbischof Giovanni
Lajolo, habe ihn ermutigt, rechtfertigt sich Bischof Algermissen.
Der Erzbischof kenne die Situation
der Diözesen hier aus eigener Anschauung:
„Gehen Sie auf jeden Fall Ihren Weg.“