Mittwoch, 17. November 2004 11:25
Die bayrische CSU will das Schulgebet fördern. Kritik kommt ausgerechnet aus klerikalem Munde.

(kreuz.net, Bayern) Nach Presseberichten ist in Bayern das Schulgebet Ursache eines Streites zwischen
der CSU und der katholischen Kirche.
Am letzten Wochenende hat der Generalsekretär der bayrischen CSU,
Markus Söder, eine Lanze für das Christentum gebrochen. An bayerische Schulen gehörten Kruzifixe, keine
Kopftücher. In diesem Zusammenhang erinnerte der CSU-Generalsekretär auch an die Bedeutung des Schulgebetes.
Tägliche Morgenandachten gäben Halt und Orientierung. Deutschland brauche die christlich-abendländische
Kultur als Leitbild
Wenig erfreut über diesen Vorstoß zeigte sich der Priester und Leiter des Katholischen
Schulkommissionsrates in Bayern, Prälat Erich Pfanzelt. Vorsorglich warnte er davor, das Kreuz und das
Gebet als Instrument eines politisch motivierten Kampfes gegen Andersdenkende und Andersglaubende zu mißbrauchen.
CSU-Landtagsfraktionschef Joachim Hermann zeigte sich über die Stellungnahme des Gottesmannes irritiert.
Er sei über den Prälaten verwundert. Er, der CSU-Landtagsfraktionschef, fände es wichtig, daran zu
erinnern, daß die Lehrer an allen bayerischen Schulen gehalten seien, zu Beginn des morgentlichen Schulunterrichtes
zum gemeinsamen Gebet anzuregen oder zumindest Gelegenheit dazu zu geben.
Niemand in der CSU verstehe
das Schulgebet als „Ausgrenzung Andersdenkender“, betonte der Landtagsfraktionschef. Selbstverständlich
werde auch niemand zum Gebet gezwungen.