Freitag, 15. Juli 2005 09:05
Mons. Luigi Locati, der Apostolische Vikar von Isiolo, ist gestern abend im Norden Kenias ermordet worden. Der aus Italien stammende Bischof wurde aus dem Hinterhalt niedergeschossen.

Links: Mons. Luigi Locati
(kreuz.net, Rom) Das Verbrechen ereignete sich gestern abend um 21.00 Uhr Ortszeit in der Stadt Isiolo.
Isiolo befindet sich im Zentrum von Kenia.
Bischof Locati (77) hatte im Pastoralzentrum zu Abend gegessen
und war dabei, sich in seine Wohnung zu begeben. Zur Zeit gibt es noch keine Details über die Ermordung
des Bischofs.
Als der angeschossene Bischof von Hilfskräften erreicht wurde, lebte er noch. Er konnte
aber nicht gerettet werden. Der Bischof war bereits in der Vergangenheit bedroht worden.
Mons. Locati
wurde am 23. Juli 1928 in Vinzaglio in der Erzdiözese Vercelli geboren. Im Juni 1952 wurde er Priester
der gleichen Erzdiözese. Vercelli befindet sich in Norditalien, 70 Kilometer westlich von Mailand.

Papst Benedikt XVI. und Bischof Luigi Locati
Mons.
Locati wurde im Februar 1996 in Rom zum Bischof geweiht. Er wirkte als Apostolischer Vikar in der nordkenianischen
Stadt Isiolo.
Ein „Apostolischer Vikar“ verwaltet ein pastorales Gebiet, das wegen besonderer Umstände
noch nicht zur Diözese erhoben ist. Er besitzt die Rechte aber nicht notwendigerweise die Weihen eines
Bischofs.
Das Apostolische Vikariat von Isiolo wurde erst im Jahre 1995 von der Diözese Meru abgetrennt.
Die Stadt Meru befindet sich im Herzen des Landes, rund 30 Kilometer südlich von Isiolo.
Das neugeschaffene
Apostolische Vikariat wurde der Erzdiözese Vercelli anvertraut.
Das bedeutet, daß die italienische
Erzdiözese Priester in dieses Gebiet entsendet und dort den Aufbau der kirchlichen Strukturen organisatorisch
und finanziell unterstützt.
Die Gegend von Isiolo ist landschaftlich von großer Schönheit. Dort gibt
es aber auch viele ethnische Spannungen und Banditen, die von Somalia her eindringen. Der Staat Somalia
ist der östliche Nachbar von Kenia.
In den vergangenen Tagen wurden im Nordosten Kenias in der Gegend
von Turbi in Stammeszwisten 75 Personen – Kinder eingeschlossen – massakriert.