Deutschland
Das eigene Schicksal in die Hand nehmen
Nachdem der Umzug von Bischof Mixa von Eichstätt nach Augsburg nicht verhindert werden konnte, hofft man jetzt in der zweitgrößten Diözese Bayerns, daß der neue Bischof eingebunden werden kann. Von Johannes Ulrich, Wien.
(kreuz.net) Um die Ernennung von Bischof Walter Mixa nach Augsburg wird es langsam still. Die ‘Augsburger Allgemeine’ hat sich inzwischen wieder anderen Themen zugewendet.

Am Mittwoch habe ich auf der Homepage der Augsburger Diözese vorbeigeschaut und mir dort insbesondere die Gratulationsseiten zu Gemüte geführt.

Aufgefallen ist mir dabei, daß der Diözesanratsvorsitzende das Bild mit der Hand benützt, die er dem neuen Diözesanbischof zur Mitarbeit reichen will. Gewiß, ein Detail.

Deutlicher sind die Hände auf dem Titelphoto präsent, wo Bischof Mixa an den Händen der beiden Weihbischöfe gehalten wird.

Weihbischof Joseph Grünwald versprach dem neuen Oberhirten in seinem Grußwort die „Loyalität“ des Domkapitels und der Ordinariatskonferenz und fügte hinzu „(Loyalität) in der Mitverantwortung an der Leitung des Bistums“. Hand für Herz.

Der Bischof von Mainz, Karl Kardinal Lehmann, mag die Symbolik der Hand ebenfalls, wenn er laut der katholischen Tageszeitung ‘ Die Tagespost’ dem neuernannten Bischof von Augsburg eine „geschickte Hand für seine zukünftigen Aufgaben und viel Kraft und Zuversicht“ wünscht.

Auch bei Alois Knoller von der ‘Augsburger Allgemeinen’ klingt dieses Bild an. Er schreibt in einem am Montag veröffentlichten Kommentar:

„Bischof Mixa nennt sich einen ‘kultivierten Konservativen’. Das priesterliche Amt wird er stärker akzentuieren und mehr Einfluß auf die Leitung der Diözese nehmen. Ob Augsburg dadurch klerikal wird, ist eher nicht zu befürchten. Der Brachialstil des Regensburger Bischofs war Mixas Art bisher nicht.“

Womit wir wieder bei der Hand wären.

Der Ausdruck „Brachialstil“ leitet sich bekanntlich vom lateinischen Wort „brachium“ – Arm – ab. Vom Arm zur Hand ist es nicht weit weg.

So wird wohl manche liberale Augsburger Hoffnung jetzt darin bestehen, daß die beiden Weihbischöfe den neuen Bischof an die Hand nehmen und in die richtige Richtung ziehen.