Freitag, 19. November 2004 11:28
Kaiserliche Rippe in Linz gelandet
In der Nacht auf den gestrigen Donnerstag landete ein Teil einer Rippe des letzten österreichischen Kaisers auf dem Flugplatz Hörsching (Linz). Die Reliquie des seligen Karl I. wurde von einem Frachtflugzeug des privaten Postdienstes UPS transportiert. Heute wird sie den Gläubigen während eines Hochamtes in Linz zur Verehrung dargeboten.
Das kaiserliche Ehepaar während der Heiligen Messe vor dem Beginn der Schlacht von Budaörs, 29. Oktober 1921
Das kaiserliche Ehepaar während der Heiligen Messe vor dem Beginn der Schlacht von Budaörs, 29. Oktober 1921
(kreuz.net, Linz) Bei der Reliquie handelt es sich um einen Knochenteil, der dem kaiserlichen Sarg auf Madeira (Portugal) im Hinblick auf die Seligsprechung entnommen wurde.

Der selige Kaiser Karl I., der mit ganzem Namen Karl Franz Josef Ludwig Hubert Georg Maria von Habsburg-Lothringen hieß, landete nach seiner Absetzung und einer längeren Irrfahrt mit seiner Familie auf der portugisischen Atlantikinsel Madeira, wo er im jugendlichen Alter von nur 34 Jahren an einer Lungenentzündung erkrankte, die zu seinem Tod führte.

Die Reliquie des Monarchen ist für das k. k. Landwehrinfanterieregiment Linz No 2 bestimmt. Diese Formation hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Tradition des oberösterreichisch-salzburgerischen Regimentes aufrecht zu erhalten, die Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf beiden Seiten zu ehren und mit den Traditionsregimentern der ehemaligen Feinde Freundschaft zu schließen.

Der gestrige 18. November ist der Traditionstag des Regimentes. Am 18. November 1914 durchbrachen die Linzer nach einem wuchtig geführten Angriff die russischen Linien und schufen so die Voraussetzungen für den Zusammenbruch der russischen Verteidigung.

Die nach Linz transportierte Reliquie des seligen Kaisers befindet sich in einem konventionellen drei Zentimeter großen silberfarbenen Reliquiar mit durchsichtiger Abdeckung. Knochenreliquien sind sogenannte Erstklaß-Reliquien.

Ein Handwerker hat in den transportablen Feldaltar des Regimentes eine Vertiefung eingearbeitet. Dort wird die Reliquie heute von Mons. Ewald Kiener in Vertretung des Militärbischofs Christian Werner eingesetzt.

Danach findet am Linzer Stadtplatz ein Totengedenken an die Gefallenen aller Kriege statt.
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