Montag, 22. November 2004 19:26
Die Liturgie ist keine eigenbrödlerische Liebhaberei. Keine Aufzwingung liturgischer Lieblingstendenzen einzelner an die Gesamtheit. Kein Vaterunser ohne Ave Maria.

(kreuz.net, Linz) Der Bischof von Linz hat für den Bereich seiner Diözese Weisungen zur liturgischen
Bewegung erlassen. Er erklärt, die liturgische Bewegung dürfe nicht zu einer eigenbrödlerischen Liebhaberei
und zu einer Art von liturgischem Sport ausarten. Liturgie sei nur ein Teil der Gesamtseelsorge. Wichtiger
als alle liturgische Einzelbetreuung kleiner Kreise sei die allgemeine Pastoral durch Predigt und Sakramentenempfang,
durch Verlebendigung der Katholischen Aktion und des Laienapostolates.
Ein bloß äußerliches und mechanisches
oder gar gewaltsames Aufzwingen der Liturgie stifte wenig Nutzen und entfremde nur die Gläubigen dem
wahren liturgischen Leben der Kirche. Gemeinschaftsgottesdienst bestehe nicht in der Aufzwingung liturgischer
Lieblingstendenzen einzelner an die Gesamtheit.
Im besondern erläßt der Bischof folgende strenge Weisungen
an seinen Klerus:
– Untersagt wird die Umstellung des Altares und die Zelebration im Angesicht des Volkes.
– Untersagt wird die Wegnahme des Tabernakels aus der Mitte des Altares und die Aufbewahrung des Allerheiligsten
in einer Wandnische.
– Untersagt wird, die heilige Kommunion stehend zu empfangen.
– Untersagt wird, aus
einer falsch verstandenen christozentrischen Auffassung heraus bei öffentlichen Gebeten das Ave Maria
nach dem Vaterunser wegzulassen.
kreuz.net dankt dem Basler Wochenblatt „Die Schildwache“ für die Abdruckerlaubnis.
Der Originalartikel erschien in „Die Schildwache“ Nr. 45 1936/37 am 7. August 1937.Bischof Johannes
Evangelist Maria Gföllner (1867-1941) war Weltpriester von Linz und wurde 1915 zum Bischof geweiht. Mehr
als 25 Jahre lang regierte er die Diözese Linz.