08:32:20 | Freitag, 26. August 2005
Papst in Polen + Mons. Levadas neue Aufgabe + Gefolterte Verdächtige? + Ideologische Vorurteile + Erneute
Gesprächsrunde +
Mehr Abtreibungen als Geburten + Menschen im Gehege
Papst in PolenPolen. Papst Benedikt XVI. will im kommenden Jahr nach Polen reisen. Das erklärte der
Bischof von Koszalin-Kolobrzeg, Mons. Kazimierz Nycz (55), am Donnerstag im Fernsehsender TVP. Koszalin
liegt im Nordwesten von Polen. Im Vatikan hätten die Vorbereitungen für die Reise bereits begonnen.
Konkrete Informationen über den Termin und die Route gab Bischof Nycz nicht bekannt.
Mons. Levadas neue
AufgabeVatikan. Erzbischof William Levada, der neu ernannte Präfekt der Glaubenskongregation, wurde
in die Bischofskongregation berufen. Dies berichtete der US-Nachrichtendienst ‘CWNews’ gestern Donnerstag.
Die Bischofskongregation ist für die Vorbereitung und Abwicklung von Bischofsernennungen zuständig.
Gefolterte Verdächtige?Kenia. Im Ermittlungsverfahren wegen des Mordes am italienischen Missionsbischof
Luigi Locati sind die
sechs inhaftierten Verdächtigen – unter ihnen ein Priester – offenbar gefoltert
worden. Dies berichtete der ‘BBC’ am gestrigen Donnerstag. Laut ihren Anwälten seien sie körperlich
und psychisch mißhandelt worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft wies die Anschuldigungen zurück.
Ideologische VorurteileUSA. In Amerika wollen Wissenschafter entdeckt haben, daß ungeborene Kinder
vor der 29. Schwangerschaftswoche keinen Schmerz empfinden können. Die Studie, an der Abtreibungsunternehmer
maßgeblich beteiligt waren, wurde am Mittwoch im Journal des Amerikanischen Ärzteverbandes veröffentlicht.
Ein Lebensrechtler aus dem Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA erklärte vor der amerikanischen
Tageszeitung ‘USA today’, daß die Wissenschaftlichkeit der Forschungsergebnisse mit ideologischen Vorurteilen
behaftet sei: „Wenn der Amerikanische Kongreß an einer objektive Bewertung interessiert ist, ob Kälber
und Lämmer tiergerecht geschlachtet werden, wird er sich nicht gerade auf den Bericht eines Fleischers
verlassen.“
Erneute GesprächsrundeSchweiz. In den nächsten Tagen wird sich der Bischof von Basel,
Mons. Kurt Koch, mit dem Kirchenrat von Röschenz treffen. Wann genau das Gespräch stattfinden wird,
ist nicht bekannt. Keine der beiden Seiten hätte Bedingungen für das Treffen gestellt. Das erklärte
der Röschenzer Kirchgemeindepräsident am Donnerstag vor der Schweizerischen Nachrichtenagentur ‘sda’.
Er sehe dem Treffen mit einer „gewissen Zuversicht entgegen“. Die Kirchgemeinde Röschenz aus Baselland
widersetzt sich seit März der Anordnung ihres Diözesanbischofs Mons. Koch, den rebellischen Pfarradministrator
Franz Sabo per Ende September zu entlassen. Bereits im Juli war es
zu einer Aussprache zwischen Bischof
Koch und dem Pfarradministrator von Röschenz gekommen. Der Kirchengemeinderatspräsident hofft nun auf
eine „einvernehmliche Lösung“ – und meint, daß der Bischof nachgeben solle: Mons. Koch möge die Entlassung
um ein Jahr verschieben.
Mehr Abtreibungen als GeburtenRußland. In Rußland gibt es mehr Abtreibungen
als Geburten. Das erklärte der Vizepräsident der Russischen Akademie für Medizin vor der Dienstagsausgabe
der offiziellen Regierungszeitung ‘Rossiskaya Gazeta’. Rund 1,6 Millionen Mütter ließen ihr Kinder im
letzten Jahr abtreiben. Dagegen brachten nur 1,5 Millionen Frauen ein Kind zur Welt. Zahlreiche weitere
Kinderabtreibungen seien nicht erfaßt, meinte der Mediziner. In Rußland werden im Vergleich zu den Vereinigten
Staaten 24 Prozent mehr Kinder abgetrieben. Dabei zählt die USA doppelt so viele Einwohner wie Rußland.
Menschen im GehegeGroßbritannien. Im Londoner Zoo gibt es eine neue Attraktion: Acht leicht bekleidete
Männer und Frauen tollen seit gestern durch ein Gehege aus Kunstbergen und bringen Besucher zum Staunen.
Das berichtete der ‘Österreichische Rundfunk’. Die Sonderausstellung ‘Human Zoo’ soll „die Bedeutung
der Stellung des Menschen im Ökosystem des Planeten veranschaulichen“, teilte der Tierpark mit. Die Zoomenschen
haben sich über das Wochenende in Gefangenschaft begeben. Sie werden – ganz wie Zootiere – mit Musik
und Spielen bei Laune gehalten.