Dienstag, 23. November 2004 12:44
Thomas von Aquin als Alternative zum kläglichen Geschwätz der Gegenwartstheologie
Der Philosoph Jürgen Habermas findet in der Theologie des heiligen Thomas von Aquin die Klarheit und Konsistenz, die sich wohltuend vom kläglichen Geschwätz in der Gegenwartstheologie abhebt.

(kreuz.net) In seinem jüngst erschienen Aufsatz „Eine Zeit des Übergangs“ bezeichnet Jürgen Habermas
das jüdisch-christliche Erbe als die Grundlage für Freiheit, Gewissen, Menschenrechte und Demokratie.
Es sei der Maßstab der westlichen Zivilisation.
Nach Habermas hat das westliche Denken bis heute kein
anderes Fundament. Wir nährten uns weiterhin aus dieser Quelle. Alles andere sei postmodernes Geschwätz.
Der Aufsatz von Jürgen Habermas ist in italienischer Sprache erschienen und wurde mitte November vom
großen Verlagshaus Feltrinelli publiziert.
Im weiteren behandelt der Aufsatz Themen wie den Religionsrelativismus,
die antikirchliche Propaganda, das Verhältnis von Theologie und Philosophie, Gedanken zum Neuheidentum
und zum nach-metaphysischen Denken. Daneben schreibt der Atheist lesenswerte Zeilen zum heiligen Thomas
von Aquin.
Der Philosoph Habermas erklärt, daß er von der Seriosität und Klarheit der Theologie des
Heiligen Thomas von Aquin fasziniert sei. Der hl. Thomas sei das Gegenteil des kläglichen Denkens, das
die Gegenwartstheologie durchdringe.
Thomas von Aquin sei fähig gewesen, seine Echtheit mit Klugheit
zu beweisen: „Daß es der gegenwärtigen Kirchenführung an einer vergleichbaren Fundierung fehlt, scheint
mir eine eine unbestreitbare Tatsache zu sein. In der allgemeinen Verflachung der Gesellschaft durch die
Medien scheint alles an Ernst zu verlieren, sogar das institutionalisierte Christentum.“ Nach Habermas
verliert die Theologie ihre Identität, wenn sie versucht, sich vom dogmatischen Kern der Religion abzukoppeln.
Jürgen Habermas sagt von sich selbst, Atheist zu sein und vertritt in seiner Philosophie einen „methodischen
Atheismus“. Er ist der bekannteste Vertreter der sogenannten „Frankfurter Schule“.
Als Frankfurter Schule
wird die neomarxistische und dialektische kritische Theorie bezeichnet. Die kritische Theorie sieht sich
selbst als ideologiekritische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen und historischen Bedingungen
der Theoriebildung.