Samstag, 10. September 2005 10:54
Einen Kurzkatechismus für Frau Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann
Eine Gruppe katholischer Weblogger sandte kürzlich einer evangelischen Landesbischöfin in Deutschland ein Exemplar des ‘Kompendiums des Katechismus der Katholischen Kirche’. Die Protestantin hatte sich durch ihre Unkenntnis des katholischen Glaubens blamiert.

(kreuz.net) Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche von Hannover, Margot Käßmann, äußerte sich
im August in einem Interview negativ über den Ablaß.
Frau Käßmann sprach am 23. August mit der protestantischen
Nachrichtenagentur ‘idea’. Anlaß des Gesprächs war der Ablaß, den Papst Benedikt XVI. anläßlich des
Weltjugendtags allen Teilnehmern gewährte.
Die Bischöfin erklärte dazu, daß die Menschen nach reformatorischem
Verständnis nicht von Sünden freigesprochen werden könnten: „Wir sind ganz auf die Gnade Gottes angewiesen.“
Der Kommentar der Landesbischöfin weckte den Widerspruch einiger katholischer Weblogger. Ein Weblog –
oder kurz Blog – ist ein Online-Tagebuch, wo Personen, die sich selber als Blogger bezeichnen, ihre Gedanken
und Meinungen ins Internet stellen. Die einzelnen Einträge werden in chronologischer Reihenfolge veröffentlicht.
Die Weblogger stellten fest, daß der Ablaß nach katholischer Lehre keine Sünden vergibt, sondern
die
zeitlichen Sündenstrafen tilgt.
Die zeitlichen Sündenstrafen sind die Genugtuung, welche der Christ
für jene Sünden leisten muß, die ihm in der Beichte bereits vergeben wurden.
„Vielleicht hat Frau
Käßmann nur mißverständlich formuliert. Vielleicht hat sie aber auch die katholischen Konzepte von
Beichte und Ablaß verwechselt“, spekuliert ein Weblogger.
Ein anderer erklärte, daß die Unkenntnis
der Positionen der Gegenseite im ökumenischen Dialog leicht zu unnötigen Spannungen führen könne.
Darum beschlossen die Weblogger, der Landesbischöfin ein Exemplar des kürzlich erschienenen ‘Kompendiums
des Katechismus der katholischen Kirche’ zuzusenden:
„Wir als Katholiken wollen Frau Käßmann als Mitchristin
helfen, den katholischen Glauben besser zu verstehen.“
Im Begleitbrief zur Buchsendung erklären sie,
daß man sich keineswegs über die Landesbischöfin lustig machen wolle oder sie bloßzustellen gedenke:
„Wir wollen Sie, unsere Mitchristin, mit diesem Geschenk einladen, unseren Glauben besser kennen zu lernen“,
heißt es im Brief.
Frau Käßmann reagierte auf die Initiative eher gereizt.
Am 7. September ließ
sie über ihre persönliche Referentin ausrichten, daß sie
die Internetseite „Katechismus für Bischöfin
Käßmann“ schlicht geschmacklos finde:
„Sie können davon ausgehen, daß Frau Dr. Dr. h.c. Käßmann
sich in ökumenischen Fragen gut auskennt und Ihrer Nachhilfe an dieser Stelle nicht bedarf“ – heißt
es in der Stellungnahme der Referentin.
Der Katechismus kam postwendend zurück.