Freitag, 16. September 2005 10:44
Exorzismuskurs geht in die zweite Runde
Die römische Ordenshochschule der Legionäre Christi wiederholt in Kürze die letztes Semester eingeführte Lehrveranstaltung zum Thema Exorzismus und Satanismus: „Dieser neue Kurs soll den Priestern ganz konkrete und nützliche Hilfsmittel in die Hand geben.“
(kreuz.net, Rom) Der Exorzismus-Kurs an der päpstliche Hochschule ‘Regina Apostolorum’ ist für das kommende Semester vorgesehen und beginnt am 13. Oktober.

Die Universität befindet sich in der Trägerschaft der ‘Legionäre Christi’. Es handelt sich um eine stark wachsende Ordensgemeinschaft, die 1941 in Mexiko gegründet wurde.

Ein ähnlicher Kurs fand bereits im letzten Frühjahr statt. In zwölf Lektionen sollen Phänomene rund um den Satanismus, die Magie und die Esoterik interdisziplinär behandelt werden.

Der Lehrgang steht Priestern und Studenten offen, die ein fertiges Theologiestudium vorweisen können und sich auf das Priestertum vorbereiten.

Man kann am Kurs auch mittels Videokonferenz teilnehmen. Zugeschaltete Räume gibt es in Bologna, Perugia, Assisi, Maddaloni unweit von Neapel sowie in verschiedenen Städten auf der Welt.

Die römische Nachrichtenagentur ‘Zenit’ – die ebenfalls von den Legionären Christi geführt wird – sprach mit Carlo Climati (42), über Ziele und Hintergründe des Kurses. Climati ist der Verantwortliche der Pressestelle der Hochschule ‘Regina Apostolorum’ und auch einer der Dozenten am Exorzismuskurs.

Der Exorzismuskurs werde – so Climati – erneut angeboten, weil der Bedarf groß sei.

Die erste Durchführung der Lehrveranstaltung sei ein großer Erfolg gewesen: „Insgesamt gab es 127 Teilnehmer aus Österreich, Deutschland, der Slowakei, Italien, Afrika, Mexiko, Brasilien und den USA.“

Der Kurs habe versucht, dieses äußerst schwierige und heikle Thema von einem oberflächlichen und sensationalistischen Zugang wegzuführen.

Zum Erfolg habe auch das große Echo in der Medienberichterstattung beigetragen:

„Überall sprach man in Zeitungen und Zeitschriften, Radio und Fernsehen über unsere Initiative, und man hat das auf eine sehr korrekte, ausgewogene Weise getan, wie sie dem Geist des Kurses entsprach.“

Im Exorzismuskurs werde man sich eingehend mit dem Problem des Satanismus und der Sekten auseinandersetzen:

„Diese Vorlesung soll den Priestern konkrete Hilfsmittel geben, damit sie bei ihrer seelsorglichen Tätigkeit informieren und den Familien wirklich helfen können.“

Einige Vorfälle, die in jüngster Vergangenheit durch die Medien aufgegriffen wurden, seien Alarmsignale. Das steigende Interesse für den Satanismus werde immer noch unterschätzt, müsse aber ernstgenommen werden: „Wenn der Priester eine gute Ausbildung erhalten hat, dann kann er hier einen wichtigen Beitrag leisten.“

Den Jugendsatanismus bezeichnete Climati als hausgemachtes Phänomen. Immer mehr Jugendliche würden in einer düsteren und schwermütigen Welt den besonderen Reiz der Teufelsanbetung verspüren:

„Auf viele von ihnen scheinen Schatten eine größere Faszination auszuüben als das Licht.“

Der Jugendsatanismus sei gefährlicher als die Sekten. Letztere könne man verhältnismäßig leicht aufspüren und kontrollieren. Dagegen gerate die spontane Unternehmungslust von drei oder vier Jugendlichen schnell außer Kontrolle:

„Meistens kann man erst einschreiten, wenn es schon zu spät ist.“
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