Mittwoch, 28. September 2005 13:23
Am Montag eröffneten Schweizer Hilflosenmörder eine finanziell äußerst lukrative Todesfiliale in Deutschland. Gestern Dienstag ging dagegen beim Staatsanwalt die erste Strafanzeige ein. Der Verein wird von der Polizei beobachtet.

Werbeplakat der Nationalsozialisten für ihr Euthanasieprogramm.
(kreuz.net, Hamburg) Am Montag gründeten Schweizer Hilflosentöter in Hannover einen deutschen Ableger.
Der in Zürich beheimatete Verein bemüht sich, Alte, Kranke und Schwache ins Grab zu bringen. Er versteckt
sich unter dem Decknamen ‘Dignitas’ – zu deutsch „Würde“. Hannover liegt in Niedersachsen in Norddeutschland.
Die Hilflosenmörder wollen in ihrem Büro in Hannover vorerst nur „beratend“ tätig sein.
Der Generalsekretär
der Tötungsvereinigung erklärte jedoch, daß es sein Ziel sei, auf die Legalisierung der Hilflosentötung
in Deutschland hinzuarbeiten. Es sei vorgesehen, die legale Vergiftung von Hilflosen vor Gericht zu erstreiten.
Die Gründung der umstrittenen Todesfiliale ist jetzt im Visier des niedersächsischen Justizministeriums.
Die christdemokratische Justizministerin Elisabeth Heister-Neumann will prüfen, ob ein Straftatbestand
geschaffen werden könne. Dieser solle die professionelle Vermittlung von Möglichkeiten zur assistierten
Selbsttötung explizit unter Strafe stellen.
„Wir werden den Verein mit Hilfe der Polizei gut beobachten“,
sagte ihre Ministeriumssprecherin in einer Stellungnahme. Die Gründung habe große Sorge hervorgerufen:
„Der Rat zum Selbstmord ist nicht strafbar, aber die Grenze zur aktiven Sterbehilfe darf nicht überschritten
werden.“
Gegenwärtig prüft der Oberlandesstaatsanwalt von Hannover, ob die Todesfiliale mit dem deutschen
Rechtssystem vereinbar ist.
Gestern Dienstag erreichte den Staatsanwalt die erste Strafanzeige. Der Absender
war der deutsche Lebensrechtler Klaus Günter Annen.
Annen demonstriert in seiner Freizeit für die ‘Initiative:
Nie wieder!’ vor Kinderschlachthöfen und Abtreibungsunternehmen. Beruflich ist er als Mitarbeiter der
‘Aktion Leben Deutschland’ für Infostände und ähnliche Aufklärungsarbeit im Einsatz.
Der kreuz.net
vorliegende Text seiner Strafanzeige richtet sich gegen den in Hannover gegründeten Verein ‘Dignitas’,
gegen den Vorsitzenden des Vereins und gegen alle weiteren Gründungsmitglieder.
Die Anzeige nennt verschiedene
mögliche Straftaten: die öffentliche Aufforderung zu Straftaten, die Anleitung zu einer Straftat, die
Störung des öffentlichen Friedens, die Bildung einer krimineller Vereinigung und nicht zuletzt die Aufforderung
zum Ungehorsam gegen Gesetze.
Selbst die linksliberale Wochenzeitung ‘Zeit’ bezeichnete den Generalsekretär
der Hilflosentöter in einer früheren Berichterstattung als „Advokaten des Todes“.
Kritiker werfen dem
Zusammenschluß auch Geschäftemacherei mit dem Tod vor. Wer Mitglied werden will, muß eine Aufnahmegebühr
von 76 Euro zahlen.
Zusätzlich gibt es einen jährlichen Mitgliederbeitrag von „mindestens“ 38 Euro.
Der höchste freiwillige Beitrag eines Mitglieds lag bei umgerechnet mehr als 20.000 Euro. Hinzu kommen
mehrere hundert Euro für den assistierenden Hilflosentöter und die Sterbebegleitung.
Die Hilflosentöter
bemühen sich, den Hilflosenmord auf ihrer Homepage mit viel Emotionen und extremen Beispielen schmackhaft
zu machen.
Sie erzählen beispielsweise den Fall einer Frau aus Norddeutschland, die unglücklich stürzte
und seither vom Kopf abwärts gelähmt war. Die Dame konnte sich kaum mehr bewegen, fast nicht sprechen
und litt an starken Schmerzen.
Knapp drei Jahre nach ihrem Unfall reiste sie mit Ehemann und Tochter
zu ‘Dignitas’ in die Schweiz. In einem Tötungszimmer sog sie über einen Strohhalm eine von den Hilflosentötern
vorbereitete Giftmischung ein und starb daran.
„Nach der Einnahme schläft der Patient oder die Patientin
innerhalb weniger Minuten ein, wobei der Schlaf absolut schmerzlos und ruhig in den Tod übergeht“, propagieren
die Hilflosentöter auf ihrer Website.
Seit der Gründung des Zusammenschlusses für den Krankenmord
im Jahr 1998 brachte die Vereinigung 453 Menschen ums Leben.
Mehr als die Hälfte davon – 253 Menschen –
reisten aus Deutschland an.