Montag, 3. Oktober 2005 11:48
Homos ins Kloster?
Der Vatikan will angeblich die Aufnahme von Homos in die Priesterseminarien des Weltklerus verbieten. Die Ordensgemeinschaften der USA scheinen sich dagegen zu wehren, einen ähnlichen Schritt zu setzen.
(kreuz.net) Die Orden in den USA wollen sich im Vatikan für die Zulassung von Homosexuellen zur Priesterweihe stark machen. Das berichtete die US-Tageszeitung ‘New York Times’ am Freitag.

Seit Anfang Juli kursiert das Gerücht, daß der Heilige Stuhl ein neues Dokument zur homosexuellen Unzucht im Klerus veröffentlichen will.

Verschiedene Medien beziehen ihre Angaben auf „hochrangige vatikanische Quellen“.

Das Dokument soll sich dafür aussprechen, Männer, die sich sinnlich zu Männern hingezogen fühlen, vom Priesteramt fernzuhalten.

Auf keine Gegenliebe würde eine solche Maßnahme bei den US-amerikanischen Ordensgemeinschaften stoßen.

Das beweist ein Brief, den die ‘US-Koordinationsstelle der Männerorden’ am letzten Montag an die Oberen zahlreicher Ordensgemeinschaften des Landes schickte.

Die ‘Koordinationsstelle’ verbindet 250 verschiedene Kongregationen. Unter ihnen befinden sich die Franziskaner, Dominikaner und Jesuiten.

In den Vereinigten Staaten sind rund ein Drittel der Priester Ordenskleriker.

Der Brief der Ordensleute wurde der ‘New York Times’ von einem Sympathisanten des Homo-Klerus zugespielt.

Aus dem Brief geht hervor, daß die US-Ordensoberen in Rom vorsprechen wollen, um gegen das neue Homo-Dokument zu protestieren.

Die Gerüchte um ein bevorstehendes Homo-Dokument hätten viele beunruhigt. Auch Ordensmitglieder ohne widernatürliche Versuchungen seien besorgt.

Man fürchte eine stärkere römische Einflußnahme.

Die ‘New York Times’ gelangte noch in Besitz zwei weiterer Briefe. Sie stammen von zwei Jesuitenprovinzialen und sind an die Priester und Seminaristen ihrer Zuständigkeitsbereiche geschrieben.

Der erste Brief stammt vom Provinzial – Oberen – der Jesuitenprovinz Oregon.

Der US-Bundesstaat Oregon liegt im Westen der USA am Pazifik. Der Jesuitenprovinzial ist für 254 Ordensangehörige verantwortlich.

Man wolle niemanden aus dem Boot stoßen, erklärte der Provinzial in seinem Schreiben:

„Wir werden den bisherigen Maßstab beibehalten. Dieser beinhaltet die Ausrichtung auf die Keuschheit und das“ – der Jesuit macht ein Wortspiel mit „orientation“, das man im Deutschen nicht wiedergeben kann – sei die „Ausrichtung“, um die man sich vordergründig kümmere.

Der zweite Brief stammt vom Jesuitenprovinzial in New York. Dieser ist für 437 Ordensmänner verantwortlich und bricht für die Homos ebenfalls eine Lanze:

„Gott diskriminiert niemanden. Wir wissen, daß homosexuelle Männer, die ihrer Berufung gefolgt sind, der Kirche als Priester und Ordensmänner sehr gut gedient haben.“

Der Jesuit fragt, mit welchem Recht man einzig aufgrund der „sexuellen Orientierung“ jene diskriminiere, die Gott gerufen habe.
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