Euthanasie
Wie der deutsche Staat 20 Milliarden Euro im Jahr sparen könnte
Der Generalsekretär eines Schweizer Vereins von Hilflosenmördern will in Deutschland den assistierten Selbstmord einführen. Die Verbindung zum Dritten Reich stellt er selber her: „Ich gerate schnell in die Nazi-Ecke.“
(kreuz.net, Hannover) Die deutsche Tageszeitung ‘Die Welt’ sprach anläßlich der Eröffnung einer deutschen Filiale von Hilflosenmördern mit Ludwig A. Minelli, dem Generalsekretär des Zürcher Muttervereins.

Der Zusammenschluß benützt den Decknamen ‘Dignitas’ – zu deutsch: „Würde“.

Das Büro in Hannover soll Hilflosen und Verzweifelten gegen Bezahlung einen assistierten Selbstmord in der Schweiz vermitteln.

Hannover liegt im Bundesland Niedersachsen in Norddeutschland.

Im Gespräch mit ‘Die Welt’ versucht sich Minelli von den Euthanasieprogrammen im dritten Reich abzugrenzen. Die Beihilfe zum Selbstmord werde immer wieder mit der Euthanasie gleichgesetzt, erklärt der Selbstmord-Unternehmer:

„Da gerate ich schnell in die Nazi-Ecke.“

In Deutschland werde seit Jahren über den Hilflosenmord diskutiert: „Das führt in die falsche Richtung“, behauptet Minelli. Bei der Hilflosentötung müsse ein Mensch einen anderen töten.

Beim assistierten Selbstmord werde das „Tötungs-Tabu“ nicht verletzt, weil sich der Hilflose mit der Unterstützung von Selbstmord-Aktivisten selber umbringe.

Minelli erklärt, daß seine Tötungsorganisation bereits 453 Menschen in den Selbstmord geführt hat. Davon waren 253 deutsche Staatsbürger.

Er wolle die Debatte zur Beseitigung von Alten, Kranken und Behinderten in eine „vernünftige Richtung“ lenken. Dazu solle der assistierte Selbstmord auch in Deutschland eingeführt werden.

Minelli verweist auf deutsche Statistiken. In der Bundesrepublik würden sich jährlich 12.000 Menschen das Leben nehmen. Mehr als eine halbe Million Selbstmordversuche scheiterten jedes Jahr.

„Wenn vor allem die Zahl der fehlgeschlagenen Suizide gesenkt würde, könnten im Gesundheitswesen jährlich bis zu 20 Milliarden Euro einspart werden“, erklärt der Todesverfechter aus der Schweiz.

Die Vernunft gebiete es, einen assistierten Selbstmord zur Verfügung zu stellen.

Nach Minelli ist der Selbstmord eine „großartige Möglichkeit“. Diese erlaube es dem Menschen, sich einer ausweglosen Situation zu entziehen.

Es sei aber notwendig, Lebensmüde über die „Risiken eines Suizids“ aufzuklären, erklärt Minelli, ohne ins Detail zu gehen.

Wie bei der Kinderabtreibung müßten „glaubhafte“ Beratungsstellen geschaffen werden:

Wenn sich in einer Beratung keine Lösung zum Leben hin ergebe, müsse diese Beratungsstelle ein Attest ausstellen, das es einer Organisation erlaube, in der Apotheke ein – wie sich Minelli ausdrückt – „tödliches Medikament“ zu erwerben.

Welche Kriterien ein Hilfloser erfüllen müsse?

Nicht er entscheide, wer aus dem Leben scheiden dürfe. Das mache der Patient selber.

Im weiteren weicht Minelli aber der Frage aus und erklärt stattdessen die Hinrichtungsprozedur. Darum wiederholt die Zeitung ihre Frage nach den Kriterien.

„Wir sagen nie nein“, gesteht Minelli daraufhin: „Lehnt ein Arzt ab, das notwendige Rezept auszustellen, suchen wir nach einem anderen.“

Offensichtlich wurde auch probiert, psychisch Kranke ins Grab zu bringen. Doch dann gebe es in der Schweiz Probleme mit dem Staat:

„Die Schweizer Aufsichtsbehörden haben Ärzten, die in solchen Fällen ein Rezept ausgestellt haben, die Berechtigung zum Ausstellen solcher Rezepte oder die Approbation entzogen.“

Insgesamt hätten ein Dutzend Todeskandidaten im Sterbezimmer den Selbstmord zurückgewiesen. 70 Prozent der Mitglieder, welche die Beihilfe zum Selbstmord vom Verein bewilligt bekommen, meldeten sich hinterher nicht mehr.

Das Niedersächsische Justizministerium hat kürzlich erklärt, die professionelle Vermittlung des assistierten Selbstmordes unter Strafe stellen zu wollen. Die deutsche Bundesärztekammer begrüßte diesen Entscheid: „Wir müssen alle Mittel ausschöpfen, um die Etablierung dieser Organisation in Deutschland zu verhindern“, sagte der Präsident der Ärztekammer gestern Dienstag in Berlin.