Samstag, 27. November 2004 13:18
Römisches Hochfest nach Plan + Regnum-Christi-Statuten abgesegnet + Ersatzteilmenschen: Enttäuschung über eigene Partei + Meßverbot auf öffentlichen Plätzen + Milliardenschwerer EU-Betrug
Römisches Hochfest nach PlanRom. Der Papst-Sprecher Joaquin Navarro-Walls gab gestern bekannt, daß
Papst Johannes Paul II. den Zeremonien zur Verehrung der Unbefleckt Empfangenen am 8. Dezember wie geplant
vorstehen werde. Entgegen italienischer Presseberichte werde der Heilige Vater – wie jedes Jahr – die
Immakulata auf der Säule am Fuß der Spanischen Treppe verehren. Papst Pius IX. errichtete diese Mariensäule
1857, drei Jahre nach der Verkündigung des Dogmas der Unbefleckt Empfangenen.
Regnum-Christi-Statuten
abgesegnetVatikan. Der Vatikan hat letzten Donnerstag die Statuten der apostolischen Gemeinschaft „Regnum
Christi“ anerkannt. Im Rahmen der Weihe von 59 Neupriestern der „Legionäre Christi“ in der römischen
Basilika Santa Maria Maggiore durch Erzbischof Franc Rodé (70), dem Präfekt der „Kongregation für die
Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens“, hat der Erzbischof im
Auftrag des Heiligen Vaters die Statuten approbiert. „Regnum Christi“ wurde 1959 durch den mexikanischen
Priester Marcial Maciel (84), dem Gründer der „Legionäre Christi“, ins Leben gerufen. Das Ziel der Bewegung
„ist die Manifestation des Reiches Christi unter den Völkern durch die Heiligung seiner Mitglieder“.
Die apostolische Gemeinschaft umfaßt weltweit rund 65.000 Mitglieder.
Ersatzteilmenschen: Enttäuschung
über die eigene ParteiSchweiz. Morgen stimmt der Schweizer Souverän über das Gesetz zur sogenannten
„Stammzellenforschung“ ab. Der katholische Alt Regierungsrat Dr. Walter Gut (77) sagte in einem Interview
mit der Neuen Luzerner Zeitung, daß die Bundesverfassung diesbezüglich ein „Nein“ gebiete. Die Menschenwürde
komme einem Embryo ab der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle zu. „Enttäuscht“ äußerte sich der Politiker
darüber, daß sich seine eigene Partei, die CVP, für ein Ja zum Stammzellenforschungsgesetz ausgesprochen
hat. Die CVP positioniere sich nicht mehr auf christlichen Grundlagen. Eine solche verlange ein Nein zur
Forschung mit „überschüssigen“ Kleinstkindern. Wird das Gesetz morgen angenommen, ist in der Schweiz
das Herumlaborieren mit Ersatzteilmenschen legal.
Meßverbot auf öffentlichen PlätzenUSA. Der katholische
Priester Bill Carmody wurde Anfang der Woche auf ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen hingewiesen.
Die städtische Polizei machte ihn darauf aufmerksam, daß auch Meßwein gegen das Gesetz verstoße. Seit
rund zehn Jahren liest der Priester jeden Samstag die Heilige Messe vor einer Abtreibungsanstalt in Colorado
Springs, 100 km südlich von Denver, im Bundesstaat Colorado. Der Priester hat nun bei der städtischen
Behörde um eine Ausnahme gebeten. „Ich will nicht das Gesetz brechen. Ich bitte um eine Ausnahme, weil
es sich um eine religiöse Zeremonie handelt.“ Carmody vermutet hinter der Beschwerde eine Schikane der
Kinderabtreiber.
Milliardenschwerer EU-BetrugBelgien. Berichten der „EU-Behörde zur Betrugsbekämpfung“
(Olaf) zufolge, sind in letzter Zeit Millionen von EU-Geldern auf Privatkonten geflossen. Gelder, die
für Hilfs- oder Entwicklungsprojekte bestimmt waren, seien einem „organisierten Betrug“ zum Opfer gefallen.
Die meisten Betrüger werden in Italien und Deutschland vermutet. Seit der Gründung von ‘Olaf’ vor fünf
Jahren hat die EU-Betrugsbekämpfungs-Organisation einen Schaden von insgesamt 5,3 Milliarden Euro verzeichnet.