Dienstag, 11. Oktober 2005 17:49
Schwester Jacques-Marie Bourgeois starb kürzlich im Alter von 84 Jahren. Vor ihrem Eintritt ins Kloster arbeitete sie als Krankenschwester und Modell des bekannten Malers Henri Matisse.

Henri Matisse: „Monique im grauen Kleid“.
(kreuz.net) Sr. Jacques-Marie starb an Atemproblemen und an anderen Gesundheitsproblemen. Die Ordensfrau
verschied in einem Rehabilitationszentrum ihrer Kongregation in Bidart.
Das berichtete die Tageszeitung
‘Los Angeles Times’ am Samstag vor einer Woche.
Der Ort Bidart befindet sich an der Südwestküste Frankreichs.
Schwester Jacques-Marie wurde am 14. Januar 1921 als Monique Bourgeois in einem Städtchen in Südfrankreich
geboren.
1940 zog die Familie nach Vence in der Nähe von Nizza.
Ihr Vater wurde während des Zweiten
Weltkrieges verletzt und erholte sich davon nicht mehr richtig.
1942 arbeitete die 21jährige Monique
als Krankenschwester in Nizza an der südfranzösischen Ostküste. Damals antwortete sie auf eine Anzeige
des Malers Henri Matisse, der eine „junge und hübsche“ Nachtschwester suchte.
Monique erhielt die Anstellung.
Matisse war damals 72 Jahre alt und erholte sich gerade von einer Darmkrebserkrankung.
Die beiden wurden
gute Freunde. Sie erklärte später, daß er für sie wie ein Großvater gewesen sei.
Nachdem es dem
Maler wieder besser ging, bat er Monique, für ihn als Modell zu posieren. Vier Bilder entstanden. Eines
ist das bekannte Werk „Monique im grauen Kleid“.
Matisse stand Monique, die selber eine Hobbymalerin
war, mit seinem Rat zur Seite.
1943 trat Monique als Novizin in den Dominikanerorden ein und wohnte seit
1946 im Kloster in Vence. Dort arbeitete sie als Krankenschwester.
In dieser Zeit zeichnete die junge
Ordensfrau ein Bild mit dem Thema Maria Himmelfahrt.
Matisse, der in der Nähe wohnte, sah das Bild und
schlug vor, es in ein Glasfenster einzuarbeiten. Diese Anregung führte schließlich zum Bau einer ganzen
Kapelle.
Die Schwestern beteten zu diesem Zeitpunkt in einer umgebauten Garage.
Matisse wurde in das
Projekt einbezogen und soll es teilweise auch finanziert haben. Der Bau der Rosenkranz-Kapelle wurde 1951
zu Ende geführt.
Matisse betrachtete die Kapelle als sein Meisterwerk.
Sr. Jacques-Marie verließ Vence
im Jahr 1952. Sie wurde schließlich Priorin im Rehabilitationszentrum in Bidart, wo sie jetzt gestorben
ist.
Matisse starb im November 1954.
Sr. Jacques-Marie erzählte später, daß sie in Vence geblieben
wäre, wenn sie gewußt hätte, daß der Maler nur noch zwei Jahre leben würde.