Donnerstag, 13. Oktober 2005 17:55
Eine münzenweinende Muttergottes
In Belgien könnte ein Strafverfahren gegen einen Priester eingeleitet werden. Der Geistliche der Erzdiözese Brüssel ist der Blasphemie angeklagt.
(kreuz.net, Brüssel) Am 7. Oktober berichtete die belgische Tageszeitung ‘Het Laatste Nieuws’ über ein mögliches Strafverfahren gegen Pfarrer Marc Scheerens aus der Erzdiözese Brüssel.

Die Vereinigung ‘Belgien und Christentum’ soll den Priester wegen Blasphemie angezeigt haben.

‘Belgien und Christentum’ ist ein Verein, der sich um die Strafverfolgung von natürlichen oder juristischen Personen bemüht, die „rassistische Akte antichristlicher oder antibelgischer Natur“ begehen.

Die Organisation sieht ihre Notwendigkeit darin begründet, daß das Christentum die einzige Religion ist, über die man sich heute ungestraft lächerlich machen kann.

Die Anzeige bezieht sich auf eine Ausstellung, die der Priester vor vier Jahren in seiner damaligen Pfarrkirche Notre-Dame de Louredes in der Ortschaft Jette erlaubte.

Jette befindet sich wenige Kilometer nordwestlich von Brüssel.

Die Ausstellung wurde von der Organisation ‘Atelier 340’ organisiert.

Der Priester wollte seinen Gläubigen durch die Ausstellung ermöglichen, einen kritischen Blick auf den eigenen Glauben zu werfen.

Doch die Veranstaltung führte eher dazu, daß sich viele Pfarreimitglieder über die ausgestellten Objekte empörten.

Zu sehen waren unter anderem ein aus Lego zusammengebauter Beichtstuhl oder eine Muttergottesstatue, die Münzen weinte.

Unzufriedene Besucher kontaktierten darauf die Organisation ‘Belgien und Christenheit’, die kürzlich die Klage eingereicht hat.

Der Priester, der inzwischen die Pfarrei gewechselt hat, bedauert, die Ausstellung damals zugelassen zu haben.
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