Freitag, 14. Oktober 2005 09:23
kreuzmeldungen
Lieber tot als rot + Rausgeworfener Religionsbeschmutzer + Nicht von Krise zu sprechen, scheint nicht berechtigt zu sein + Zusammenrücken + Chavez gegen Protestanten
† Mons. Peter Chang
† Mons. Peter Chang
Lieber tot als rot

China. Der chinesische Untergrund- und Märtyrerbischof Mons. Peter Chang starb am 12. Oktober im Alter von 90 Jahren an einem Herzanfall. Das berichtete gestern die kirchenfeindliche britische Tageszeitung ‘The Guardian’. Mons. Chang war Bischof von Hanyang, einer Stadt in der nordchinesischen Provinz Hubei. Er promovierte 1942 an der Päpstlichen Universität Urbaniana in Rom. 1955 erklärte er den chinesischen Kommunisten, daß er sich eher erschießen lasse, als daß er seine Treue zum Papst aufkündigen würde: „Ich wurde nicht erschossen, aber ich verbrachte 24 harte Jahre im Gefängnis und im Konzentrationslager“, schrieb er später. Obwohl Bischof Chang vom Pekinger Regime nie als Bischof akzeptiert worden ist, bekommt er nun ein offizielles Begräbnis, an dem auch Priester der patriotischen Staatskirche teilnehmen werden.

Rausgeworfener Religionsbeschmutzer

Österreich. Der Bischof von Graz, Mgr. Egon Kapellari, verhinderte die offenbar ernsthafte Absicht eines Pfarrers, den österreichischen Religionsbeschmutzer Hermann Nitsch in einer Kirche in der Südsteiermark auftreten zu lassen. Die Steiermark befindet sich im Südosten Österreichs. Nitsch – der sich offenbar auch als Musiker versucht – sollte am vergangenen Freitag auf der neuen Orgel des Gotteshauses eine eigene Komposition aufführen. Der Auftritt war im Rahmen der Eröffnung einer Ausstellung im sogenannten Kulturhaus der Stadt geplant. Laut einem Bericht der ‘Tiroler Tageszeitung’ erhielt der Pfarrer letzte Woche ein bischöfliches Schreiben. Darin untersagte der Oberhirte dem gelernten Graphiker Nitsch Auftritte in Sakralräumen der Diözese.

Nicht von Krise zu sprechen, scheint nicht berechtigt zu sein

Österreich. Der Erzbischof von Wien, Christoph Kardinal Schönborn, beklagte bei einem Vortrag anläßlich des 40. Jahrestages des Zweiten Vatikanums (1962-1965) eine „massive Selbst-Säkularisierung“ der Kirche seit dem Konzil: „Ich habe den massiven Exodus von Priestern und Ordensleuten erlebt, auch in meiner eigenen Ordensgemeinschaft. Immerhin waren es zwischen 1965 und 1985 schätzungsweise 80.000 Priester in der katholischen Kirche, die das Amt niedergelegt haben. Hier nicht von Krise zu sprechen, scheint mir nicht berechtigt zu sein.“

Zusammenrücken

Österreich. In einem Interview, das in der jüngsten Ausgabe der österreichischen Zeitschrift ‘miteinander’ veröffentlicht wurde, kündigte der Bischof von St. Pölten, Mons. Klaus Küng, an, daß es in der Diözese „sicher zu einer Entwicklung in Richtung Pfarrverbände … kommen müsse“. Die geplante Einführung von Pfarrverbünden in der Diözese Fulda hatte zu einer anhaltenden Mediendiskussion und zu großer Unruhe unter dem Klerus geführt.

Chavez gegen Protestanten

Venezuela. Der venezolanische Präsident Hugo Chavez ordnete kürzlich die Ausweisung der protestantischen Missionsorganisation ‘New Tribes Mission’ – ‘Mission der Neuen Stämme’ – an. Das berichtete der ‘Britische Rundfunk’ gestern. Der linksorientierte Politiker erklärte, daß die protestantischen Missionare „Imperialisten“ seien: „Das ist eine irreversible Entscheidung. Wir brauchen hier keine ‘Neuen Stämme’. Genug des Kolonialismus!“ ‘Neue Stämme’ ist eine der größten Missionsorganisationen in Lateinamerika mit 3.200 Mitarbeitern in 17 Ländern. Chavez klagte die Gruppe an, verbotene Flüge durchzuführen und luxuriöse Anlagen inmitten der Armut aufzurichten.
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