Sonntag, 23. Oktober 2005 13:34
Seit 10 Tagen sitzt der angebliche Seher William Kamm im Strafvollzug. Jetzt werden Details aus der von ihm gegründeten Gruppierung bekannt.

Little Pebble und seine Familie
(kreuz.net, Sydney) William Kamm – alias Little Pebble – wurde kürzlich in Australien
wegen sexueller
Vergehen verurteilt.
In den 90er Jahren hatte Kamm unter naiven Katholiken auch in Deutschland und in
der Schweiz einigen Zulauf.
Im Jahr 2002 distanzierte sich sein Ortsbischof ausdrücklich vom selbsternannten
Seher und Ordensgründer.
Jetzt scheint sein ‘Orden des heiligen Charbel’ auseinanderzufallen. Das berichtete
die australische Tageszeitung ‘South Coast Register’ am Mittwoch.

Der selbsternannte Bischof Broussard
Nach der Verurteilung von Little Pebble
äußerte sich nur sein engster Mitarbeiter, der selbsternannte Bischof Macolm Broussard auf der Homepage
der sektenähnlichen Gemeinschaft.
Broussard wurde 2003 von der Kirche exkommuniziert.
Er bat seine
Anhänger standhaft zu bleiben.
„Verharrt im Frieden und seit weiterhin wachsam im Gebet und in der Gemeinschaft
des miteinander Leidens – so wie wir in unserem gemeinsamen Glauben, Hoffen und Lieben vereint sein müssen“,
schrieb er.
Der ‘Orden des heiligen Charbel’ werde weiter existieren.
„Es könnte auf der Oberfläche
so scheinen, daß die dunklen Kräfte des Bösen einen Sieg errungen hätten – aber das ist nicht wahr.“
Es scheint, daß verschiedene Mitglieder den Orden in den letzten Wochen verlassen haben.
Es gibt aber
offenbar auch solche, die gar keine andere Wahl haben, als zu bleiben, da sie kein Geld besitzen und ihren
ganzen Besitz der Gründerfigur übergeben haben.
Kinder, die in der Gemeinschaft leben, seien ferner
versteckt worden, weil ihre Eltern eine Untersuchung des Sozialamtes befürchten – vor allem im Fall,
daß der wegen Sexualvergehen an Minderjährigen verurteilte Kamm dort wieder auftauchen würde.
Ein
ehemaliges Mitglied des ‘Ordens’ berichtete, daß die beiden Niederlassungen der Gemeinschaft in der Ortschaft
Nowra im Bundesstaat Neusüdwales und in Tyack im Bundesstaat Victoria zu Geisterstädten geworden seien.
Mit der Inhaftierung von Kamm werde „die ganze Gehirnwäsche hoffentlich endlich aufhören“, erklärte
zum Beispiel Glenn Talaue: Alles sei eine Schande.
Talaue gehörte bis 2003 zum inneren Kreis um Little
Pebble und soll mit ihm – nach damaligen Angaben – auch gemeinsam Visionen gehabt haben.
Ein Kernpunkt
der Gehirnwäsche habe darin bestanden, daß der selbsternannte Bischof Broussard ständig predigte, die
Lehren Kamms nicht in Frage zu stellen, da dieser ein Prophet Gottes sei – so Talaue:
Um in den inneren
Kreis von Kamm zu gelangen, habe man einer seiner Seher werden müssen.
Darum habe er – Talaue – Dinge
erfunden, die dem entsprochen hätten, was Kamm angeblich in seinen Visionen sah.
Manchmal habe Kamm
ihm sogar gefaxt und ihn gebeten, Visionen zu bestätigen oder den Himmel für ihn in einer bestimmten
Sache anzufragen.