Sonntag, 30. Oktober 2005 08:42
Papst inkognito unterwegs + Abschaffung des Lebensrechtes aufgeschoben + Inhaftierter Oligarch bittet um einen Priester + Neue ökumenische Öffnung + Überbleibsel aus besseren Zeiten

Gnadenstatue von ‘Mentorella’
Papst inkognito unterwegsVatikan. Papst Benedikt XVI. ist gestern Vormittag bei schönem Wetter in einer
privaten Wallfahrt zum Marienheiligtum ‘Mentorella’ gepilgert. Das Kirchlein, das der „Mutter der Gnaden“
geweiht ist, befindet sich in den Bergen südöstlich von Rom. Im Kreis seiner engsten Mitarbeiter zelebrierte
der Papst dort eine Heilige Messe. Der verstorbene Papst Johannes Paul II. war für seine besondere Verbundenheit
mit dem Wallfahrtsort bekannt, der von polnischen Ordensleuten betreut wird. Vor dem Konklave des Jahres
1978 verbrachte der damalige Kardinal von Krakau dort einige Tage in Exerzitien.
Abschaffung des Lebensrechtes
aufgeschobenPortugal. Das Verfassungsgericht in Portugal hat ein Referendum zur Legalisierung der Kinderabtreibung
abgelehnt. Die Richter entschieden dies am Samstag in Lissabon mit einer einzigen Stimme Mehrheit. Eine
vom Parlament beschlossene Volksabstimmung sei aus terminlichen Gründen mit der Verfassung unvereinbar.
Staatspräsident Jorge Sampaio hatte im Mai einen Antrag des Parlaments zur Abhaltung eines Referendums
abgelehnt. Der Sozialist erklärte damals, daß eine solche Abstimmung angesichts der niedrigen Beteiligung
während der Sommerferien sinnlos sei. Das von linken, lebensfeindlichen Kräften dominierte Parlament
stellte daraufhin Ende September einen zweiten Antrag. Nach Ansicht des Verfassungsgerichts ist ein zweiter
Antrag innerhalb derselben Legislaturperiode nicht möglich. Der nächste legale Termin für ein Referendum
ist der November 2006.
Inhaftierter Oligarch bittet um einen PriesterRußland. Der kürzlich zu acht
Jahren Gefängnishaft verurteilte ehemalige Chef des russischen Ölkonzerns ‘Yukos’, Michail Chodorkowski,
hat den Gefängnisdirektor um ein Treffen mit einem Priester gebeten. Chodorkowski befindet sich zur Zeit
im Gefangenenlager Krasnokamiensk in der Nähe der Stadt Tschita. Tschita liegt im Südosten von Rußland,
250 Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt. Der orthodoxe Priester Sergei Taratuchin wird den
ehemaligen Ölmagnaten in den nächsten Tagen aufsuchen. Der Geistliche verbrachte selber vier Jahre wegen
„antisowjetischer Agitation“ im Gefängnis. Er sympathisiere mit Chodorkowski: „Wir haben viel gemeinsam.“
Er sei gerne bereit, die Beichte Chodorkowskis zu hören.
Neue ökumenische ÖffnungSchweden. Schwedische
Homos, die in staatlich anerkannten Konkubinaten leben, können ihre unkeuschen Verbindungen in Zukunft
von der evangelisch-lutherischen Staatskirche segnen lassen. Das höchste beschlußfassende Organ der
schwedisch-lutheranischen Kirche – Kyrkomötet – stimmte am Donnerstag für die Einführung eines eigenen
Segensspruches für sexuell Verdrehte. 160 der Kirchendelegierten stimmten für den Vorschlag, 81 dagegen.
Acht Delegierte enthielten sich ihrer Stimme.

Frauenkirche im Oktober 2005
Überbleibsel aus besseren ZeitenDeutschland. Heute Sonntag
wird in Dresden die wiedererbaute evangelisch-lutherische Frauenkirche eingeweiht. Dresden ist die Hauptstadt
des Bundeslandes Sachsen nahe der Tschechischen Grenze im Gebiet der ehemaligen DDR. Frauenkirche ist
die Kurzform für „Kirche unserer lieben Frau“. Das protestantische Gotteshaus wurde Mitte des 18. Jahrhunderts
errichtet. Zuvor stand auf dem Platz eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert, die Unserer lieben
Frau geweiht war. Während der mörderischen Luftangriffe auf Dresden im Jahr 1945 wurde die hochbarocke
Kirche zerstört. Von den ursprünglichen Glocken ist nur mehr eine erhalten. Sie heißt „Maria“.