Freitag, 4. November 2005 07:51
Zwei Bayern im Vatikan + Homo-Dokument wird heute veröffentlicht + Lehrverbot für ungläubige Professoren + Erste Schweizer Jugendkirche + Kirchliche Großwetterlage verbessert
Zwei Bayern im VatikanVatikan. Papst Benedikt XVI. empfing gestern den bayerischen Ministerpräsidenten
Edmund Stoiber gemeinsam mit seiner Gattin Karin in Privataudienz. Das Gespräch dauerte etwa eine Viertelstunde.
Danach sprach der Heilige Vater in der Sala Clementina zu 150 weiteren bayerischen Abgeordneten. Der Papst
wies dabei auf den rechten Gebrauch der Wissenschaft und auf den Schutz der menschlichen Person in allen
Phasen des Lebens hin. Ministerpräsident Stoiber lud Papst Benedikt XVI. ein, seiner bayerischen Heimat
im nächsten Jahr einen Besuch abzustatten.
Homo-Dokument wird heute veröffentlichtVatikan. Das Dokument
der Kleruskongregation über die Zulassung von Kandidaten mit homosexuellen Verhaltensweisen zum Priestertum
soll heute Freitag veröffentlicht werden. Dies berichtete die katholische amerikanische Nachrichtenagentur
‘CNA’. Das Dokument wurde von Papst Benedikt XVI. approbiert. Es soll die katholische Position bestätigen,
wonach homosexuelles Verhalten ein Ablehnungsgrund für die Aufnahme in ein Priesterseminar ist.
Lehrverbot
für ungläubige ProfessorenDeutschland. Theologen, die sich öffentlich von ihrem Glauben abwenden,
können in Deutschland weiterhin nicht Mitglieder von staatlichen theologischen Fakultäten sein. Diese
bisher geübte Praxis bestätigte das Bundesverwaltungsgericht Leipzig am Donnerstag. Das Gericht wies
damit die Klage des protestantischen Göttinger Theologen Gerd Lüdemann ab. Der 59-Jährige, der die
Auferstehung Christi für einen „Humbug“ hält, klagte gegen eine Zwangsversetzung durch die Göttinger
Universität. Diese hatte ihm den Lehrstuhl für Neues Testament entzogen. Das Gericht begründete seinen
Entscheid damit, daß Professoren einer theologischen Fakultät ein konfessionsgebundenes Amt ausübten.
Erste Schweizer JugendkircheSchweiz. Das sogenannte katholische Kirchenparlament von Zürich hat gestern
Donnerstag beschlossenen, die erste katholische Jugendkirche in der Schweiz zu finanzieren. Die Kirche
soll am 1. August 2006 eröffnet werden. Für den auf vier Jahre angelegten Versuch ist man bereit, knapp
2,5 Millionen Franken – umgerechnet 1,6 Millionen Euro – auszulegen. Die Kirche wendet sich laut Konzept
in erster Linie an „suchende, kritische und kirchenferne junge Erwachsene“ von 18 bis 25 Jahren. Sie werde
bewußt nicht in irgendeiner leerstehenden Halle am Stadtrand einquartiert, sondern in einer Pfarrei mitten
in Zürich. Die Natur des Gotteshauses als kirchliches Angebot solle nicht kaschiert werden. Die in der
kirchlichen Berichterstattung gewöhnlich unzuverlässige Schweizerische Tageszeitung ‘Tages-Anzeiger’
titelte angesichts der ersten Pläne zur Jugendkirche bereits vor einem Jahr: „Jetzt stehen auch die Katholiken
auf Rock und Hip Hop“.
Kirchliche Großwetterlage verbessert„Der letzte „Ad limina“-Besuch der österreichischen
Bischöfe im November 1998 war von einem heftigen medialen Schlagabtausch zwischen Bischof Kurt Krenn
und Kardinal Christoph Schönborn überschattet. Krenn distanzierte sich während des Rom-Besuchs vom
Fünf-Jahres-Bericht der Bischofskonferenz, der unter anderem über die Affäre Groer, das Kirchenvolksbegehren
und den „Dialog für Österreich“ informierte. Dabei fiel auch das Wort „Lügner“ in Richtung Schönborn.
Diesmal drohe kein römischer „Gewittersturm“, meint der Pastoraltheologe Paul M. Zulehner. Die kirchliche
Großwetterlage
habe sich positiv verändert und das Klima in Österreich sei spürbar besser geworden.“
Aus einem Bericht der jüngsten Ausgabe der Linzer Bistumszeitung. Die österreichischen Bischöfe sind
bis 8. November beim Ad-Limina Besuch in Rom.