Sonntag, 6. November 2005 08:37
kreuzmeldungen
Mit Bedacht und Begeisterung + Traditionalisten ordinieren auf Anglikanisch + Viel Geld und viel Papier + „Abrahamitische Ökumene“ + Reihenfolge beachten
Der österreichische Kardinal Christoph Schönborn
Der österreichische Kardinal Christoph Schönborn
Mit Bedacht und Begeisterung

Vatikan. Papst Benedikt XVI. hielt gestern Samstag anläßlich des Ad-Limina Besuches der österreichischen Bischöfe eine Ansprache. Der Heilige Vater bat die Bischöfe, die Lage der österreichischen Diözesen „gelassen und zuversichtlich“ zu analysieren. Es bedürfe der klaren, mutigen und begeisterten Bekenntnisses des Glaubens an Jesus Christus: „Es ist wahr, daß wir Bischöfe mit Bedacht handeln müssen.“ Aber solche Umsicht dürfe nicht daran hindern, Gottes Wort in aller Klarheit darzulegen – auch jene Punkte, die man meist weniger gern hört oder die mit Sicherheit Reaktionen des Protestes, mitunter auch Spott und Hohn hervorrufen.

Traditionalisten ordinieren auf Anglikanisch

Großbritannien. Drei britische Anglikaner ließen sich am Samstag von einem eingeflogenen Bischof aus Südafrika zu Diakonen weihen. Die Ordinationen in Südlondon fanden zum erklärten Mißfallen des anglikanischen Ortsbischofs statt: „Ich bedaure die Handlung zutiefst.“ Man müsse mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. Der ordinierende Bischof aus Südafrika könnte die Erlaubnis verlieren, je wieder in der Londoner Stadtdiözese tätig zu werden. Die drei Diakone, die zum „traditionalistischen“ Flügel der anglikanischen Gemeinschaft gehören, wollten sich von der englischen Mutterkirche aufgrund ihrer Zustimmung zur Ordination von Homos widersetzen. Die anglikanische Gemeinschaft droht an dieser Frage zu zerbrechen. Der afrikanische Teil widersetzt sich dem homo-ideologischen Abgleiten der englischen Mutterkirche.

Viel Geld und viel Papier

Deutschland. Der Erzbischof von München, Friedrich Kardinal Wetter, würdigte die vor 30 Jahren beendete Würzburger Synode. Das berichtete kürzlich Radio Vatikan. Wichtiger als deren Beschlüsse sei gewesen, „daß wir in Würzburg zum ersten Mal auf der Ebene aller deutschen Diözesen in der damaligen Bundesrepublik miteinander um die innere Einheit unserer Kirche gerungen haben“, erklärte der Kardinal. Dieses gemeinsame Ringen müsse weitergehen. Kardinal Wetter ist der einzige Synodenteilnehmer, der bereits 1975 Diözesanbischof war – damals noch in Speyer. Der Idee einer Neuauflage der Kirchenversammlung erteilte der Kardinal eine Absage: „Das würde eine Menge Aufwand mit sich bringen, viel Geld kosten und heraus kämen wieder Papiere“, so Kardinal Wetter wörtlich.

„Abrahamitische Ökumene“

Deutschland. Die religionspädagogischen Zentren der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und der Katholischen Kirche haben in den Verlagen ‘Moritz Diesterweg’ und ‘Don Bosco’ ein neues ökumenisches Gebete- und Liederbuch für die Grundschule herausgebracht. Durch die Aufnahme islamischer Gebete wird den Kindern im Sinne der „abrahamitischen Ökumene“ vermittelt, daß Christen und Moslems zusammen zum gleichen Gott beten können. Im Buch ist unter anderem auch der Text enthalten: „Es gibt nur einen Gott, Allah, den Herrn der Welt. Und Er gab uns die Schrift, die uns zusammenhält. Als Gottes Wort gibt der Koran die Richtschnur unseres Handelns an.“

Reihenfolge beachten

„Ein neugieriger Zeitungsschreiber fragte mich, was ich sagen würde, gäbe es in Wien Krawalle wie in Paris? Ich würde die „Damen und Herren“ Randalierer bitten, ob sie nicht die Güte hätten, zuerst die Dienstkarossen der „Politiker“ anzuzünden, bevor sie die Gebrauchtwagen der Normalbürger oxydieren?“

Ausspruch von Martin Humer, der in Österreich als Pornojäger bekannt ist.
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