Mittwoch, 27. Oktober 2004 11:21
Vorarlberger Prälat gilt als Top-Favorit für die Nachfolge von Klaus Küng
Der Vorarlberger Prälat Dr. Hans Fink gilt als wahrscheinlicher Kandidat für den Vorarlberger Bischofsstuhl, der durch die Versetzung von Bischof Klaus Küng nach St. Pölten vakant ist.
(kreuz.net, Feldkirch) Der Priester der Diözese Feldkirch und Leiter des dortigen Schulamtes, Prof. Dr. Hans Fink, scheint sich als Kronprinz für die Nachfolge von Bischof Küng zu mausern.

Hans Fink wurde 1968 zum Priester geweiht und ist ein Enkel des Vizekanzlers Jodok Finks, der Vorarlberg von 1897 – 1929 in Reichs- und Nationalrat vertrat.

Dr. Hans Fink war einer der vier diözesanen Schulamtsleiter, die 2002 in einem Konflikt mit Kardinal Schönborn ihre gesamtösterreichischen Funktionen niederlegten.

Als damaliger geschäftsführender Vorsitzender des Interdiözesanen Amtes sah Dr. Hans Fink den Kern des Konfliktes in der Art und Weise, wie Kardinal Schönborn „öffentlich den Religionsunterricht kritisierte“:

„Das klang so, als ob sich unsere engagierten Religionslehrer nicht bemühten, wichtige Glaubensinhalte zu vermitteln. Und wir protestieren mit diesem Schritt dagegen, dass wir als Schulamtsleiter schwer getäuscht und in einem zentralen Bereich unserer Aufgaben, der Erarbeitung von Lehrplänen, kaltgestellt wurden“, so Dr. Fink im Jahr 2002.

Der Konflikt hatte eine längere Vorgeschichte. Als der österreichische Staat Mitte der 90er Jahre eine Lehrplanreform für die 5. bis 8. Schulstufe in Angriff nahm, klinkte sich die Kirche auf Betreiben der diözesanen Schulamtsleiter in diesen Reformprozess ein. In mehrjähriger Arbeit erstellte eine – nach Meinung Finks – hochkarätige Expertengruppe, die von den Schulamtsleitern in Absprache mit dem damaligen Schulbischof Helmut Krätzl eingesetzt worden war, den neuen Lehrplan.

Bei der Debatte in der Bischofskonferenz zeigte sich aber, dass die Wiener Schulamtsleiterin Christine Mann und Erzbischof Schönborn gegen diesen Lehrplan Widerstand leisteten: „Der Lehrplan enthielt ihnen zu wenig taxativ festgeschriebene Glaubensinhalte“, meint Fink.

Dieser Konflikt soll 1998 auch zum Rücktritt Weihbischof Krätzls als Schulbischof geführt haben.

Die Linzer Kirchenzeitung zitierte Kardinal Schönborn damals so: „Im Religionsunterricht heute muss es um Lebenshilfe aus dem Glauben gehen. Die Frage ist: Wie können wir am Beginn des dritten Jahrtausends jungen Menschen Antworten auf ihre Fragen nach woher, wohin und wozu des Lebens geben und sie gleichzeitig für das Miteinander in einer multireligiösen Gesellschaft fit machen. Viele Studien sagen uns, dass die Religion ,wiederkehrt’. Das muss auch in der Konzeption des Religionsunterrichtes seinen Niederschlag finden. Wir müssen wieder deutlicher von Gott, von Christus, vom Evangelium reden.“
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