09:24:01 | Montag, 14. November 2005
Seit einiger Zeit geistert ein Dokument durch das Internet. Es soll konkrete Hinweise liefern, daß es im Vatikan Bestrebungen gibt, die Zelebration der Alte Messe dem Neuen Ritus anzupassen.
(kreuz.net) Das
im Internet publizierte Dokument ist nicht über jeden Verdacht erhaben.
Es soll von
der vatikanischen Kommission ‘Ecclesia Dei’ stammen.
Diese Kommission wurde für die pastorale Sorge
für jene Katholiken gegründet, die sich dem Alten Ritus verbunden fühlen.
Anders als die üblichen
Dokumente von ‘Ecclesia Dei’ trägt der Text jedoch keinen vatikanischen Briefkopf, sondern an dessen
Stelle einen runden Stempel der Kommission.
Das ist im römischen Kurialgebrauch nicht üblich.
Der
Text ist in lateinischer Sprache gehalten.
Er trägt die Überschrift: „Die gesungene Konventmesse soll
auf diese Weise geordnet werden.“
Die Anweisung soll für die französischen Benediktinerklöster von
Le Barroux, Fontgombault, Randol und Triors verfaßt worden sein.
Es handelt sich um bekannte Männerklöster,
in denen die gesamte Liturgie nach dem alten lateinischen Ritus zelebriert wird.
Die Anweisungen scheinen
einen Versuch zu beinhalten, einen Zwischenritus durchzusetzen, um die alten Messe, die in diesen Klöstern
gefeiert wird, behutsam dem Neuen Ritus anzugleichen.
Der Text beinhaltet acht Regeln.
Die erste verlangt
einen abgekürzten Anfang der Konventualmesse, wenn sie sich direkt an eine Gebetshore der Mönche anschließt.
In diesem Fall beginnt die Messe nach den neuen Regeln sofort mit dem Introitus.
Die im Alten Ritus
vorgeschriebenen Stillgebete am Fuß des Altars sollen wegfallen.
Der Wortgottesdienst wird nicht vom
Altar, sondern vom Sitz des Zelebranten aus gehalten. Die Lesungen sind auf lateinisch oder in der Volkssprache
zum Volk hin vorzutragen.
Vor dem Offertorium könnten Fürbitten eingefügt werden.
Das Stillgebet
über die Gaben am Ende des Offertoriums ist laut zu beten.
Die Schlußdoxologie „Durch ihn und mit ihm
und in ihm“ soll gesungen und vom Chor mit „Amen“ beantwortet werden.
Das Vaterunser, das in der Alten
Messe vom Priester alleine gebetet wird, wird vom ganzen Volk gesungen.
Gesungen werden solle auch der
Schlußsegen, wobei das Schlußevangelium wegfällt.