11:16:06 | Donnerstag, 24. November 2005
Okkultismus
Kann aus Hollywood etwas Vernünftiges kommen?
Der Gerichtsthriller ‘Der Exorzismus von Emily Rose’ startet heute Donnerstag in den Deutschen Kinos. Er basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt das Leben und tragische Sterben der Studentin Emily Rose (19).
(kreuz.net) Der Film stützt sich auf die Geschichte der Deutschen Anneliese Michel († 1976) aus Klingenberg
am Main in Nordbayern. Die offenbar besessene Anneliese starb 23jährig laut einem gerichtsmedizinischen
Gutachten an Verhungern. An ihr wurden verschiedentlich Exorzismen durchgeführt.
Die Hauptfigur im Film
heißt Emily Rose. Emily stammt aus einem katholischen Haus in Kanada und wird von schrecklichen Visionen
und krampfartigen Anfällen heimgesucht.
Die katholischen Eltern bitten den Ortspfarrer, Hw. Richard
Moore, aus ihrer Tochter den Teufel auszutreiben. Der Priester führt daraufhin am Mädchen den sogenannte
Großen Exorzismus durch. Doch die junge Frau stirbt im Laufe seiner erfolglosen Versuche.
Der Zuseher
erfährt vom Tod des Mädchens gleich zu Beginn des Filmes.
Im weiteren Verlauf des Streifens muß sich
der Geistliche wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Der Staatsanwalt – selber ein bekennender
Methodist – fordert die Höchststrafe: 10 Jahre Gefängnis.
Zusätzlich macht das Ordinariat seines Erzbistums
dem Priester Schwierigkeiten. Dort hält man von Teufel und Besessenheit nicht viel.
Im Verlauf des Prozesses
bekommt der angeklagte Priester in Form von spannend inszenierten Rückblenden Gelegenheit, die Geschichte
von Emily zu erzählen.
Die zunächst fröhliche Studentin verwandelt sich nach ihrem Umzug in eine Studentenwohnung
mehr und mehr zu einer paranoiden Persönlichkeit und zu einem unberechenbaren Monster.
Unheimliche Dinge
geschehen.
Türen öffnen und schließen sich. Betten schaukeln – offenbar ohne jeden Grund. Plötzlich
sieht Emily in den Gesichtern ihrer Kommilitonen böse Fratzen. Sie beginnt, das Essen zu verweigern und
selbstzerstörerische Praktiken gegen sich anzuwenden.
Medikamente und psychiatrische Hilfen sind umsonst.
Pfarrer Moore wird – außer im Gefängnis – immer in Priesterkleidung gezeigt. Er spricht den Dämon
in der Kirchensprache Latein an. Während der Gerichtsverhandlungen ist der Priester mehr um die Wahrheit
als um seine eigene Freiheit besorgt:
„Dämonen existieren, egal ob Sie daran glauben oder nicht.“
Die
Hauptfigur der Gerichtsverhandlung ist aber weder der Exorzist noch die Besessene, sondern die ehrgeizige
Strafverteidigerin des Priesters. Selber Agnostikerin hat sie den Fall angenommen, um sich beruflich zu
profilieren.
Auch die Rechtsanwältin begegnet immer häufiger unheimlichen Phänomenen. Denn – so Pfarrer
Moore – „es gibt Kräfte, die diesen Prozeß umgeben“.
Der australische Priester und Konvertit Brian
Harrison, der an der katholischen Universität in Puerto Rico unterrichtet, verfaßte für die traditionalistische
US-Homepage Seattlecatholic.com eine Filmbesprechung.
Pater Harrison war selber bei Teufelsaustreibungen
des römischen Exorzisten und Paulinerpaters Gabriel Amorth zugegen. In seiner Besprechung fragt er sich,
ob aus Hollywood etwas moralisch und geistlich Gutes kommen könne. Er bejaht die Frage.
Der ‘Exorzismus
der Emily Rose’ zeichne ein reales Bild: erschreckend, aber zugleich schön, machtvoll und anregend.
Katholische Familien könnten diesen Film durchaus ansehen – vorausgesetzt, daß die Kinder alt genug
sind, um von den furchteinflößenden Szenen nicht traumatisiert zu werden.
„Ich versichere Ihnen, Sie
werden den Kinosaal nach ‘Emily Rose’ im Glauben gestärkt, im Geist erbaut – und vielleicht mit Tränen
in den Augen verlassen.“