Okkultismus
Kann aus Hollywood etwas Vernünftiges kommen?
Der Gerichtsthriller ‘Der Exorzismus von Emily Rose’ startet heute Donnerstag in den Deutschen Kinos. Er basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt das Leben und tragische Sterben der Studentin Emily Rose (19).
(kreuz.net) Der Film stützt sich auf die Geschichte der Deutschen Anneliese Michel († 1976) aus Klingenberg am Main in Nordbayern. Die offenbar besessene Anneliese starb 23jährig laut einem gerichtsmedizinischen Gutachten an Verhungern. An ihr wurden verschiedentlich Exorzismen durchgeführt.

Die Hauptfigur im Film heißt Emily Rose. Emily stammt aus einem katholischen Haus in Kanada und wird von schrecklichen Visionen und krampfartigen Anfällen heimgesucht.

Die katholischen Eltern bitten den Ortspfarrer, Hw. Richard Moore, aus ihrer Tochter den Teufel auszutreiben. Der Priester führt daraufhin am Mädchen den sogenannte Großen Exorzismus durch. Doch die junge Frau stirbt im Laufe seiner erfolglosen Versuche.

Der Zuseher erfährt vom Tod des Mädchens gleich zu Beginn des Filmes.

Im weiteren Verlauf des Streifens muß sich der Geistliche wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Der Staatsanwalt – selber ein bekennender Methodist – fordert die Höchststrafe: 10 Jahre Gefängnis.

Zusätzlich macht das Ordinariat seines Erzbistums dem Priester Schwierigkeiten. Dort hält man von Teufel und Besessenheit nicht viel.

Im Verlauf des Prozesses bekommt der angeklagte Priester in Form von spannend inszenierten Rückblenden Gelegenheit, die Geschichte von Emily zu erzählen.

Die zunächst fröhliche Studentin verwandelt sich nach ihrem Umzug in eine Studentenwohnung mehr und mehr zu einer paranoiden Persönlichkeit und zu einem unberechenbaren Monster.

Unheimliche Dinge geschehen.

Türen öffnen und schließen sich. Betten schaukeln – offenbar ohne jeden Grund. Plötzlich sieht Emily in den Gesichtern ihrer Kommilitonen böse Fratzen. Sie beginnt, das Essen zu verweigern und selbstzerstörerische Praktiken gegen sich anzuwenden.

Medikamente und psychiatrische Hilfen sind umsonst.

Pfarrer Moore wird – außer im Gefängnis – immer in Priesterkleidung gezeigt. Er spricht den Dämon in der Kirchensprache Latein an. Während der Gerichtsverhandlungen ist der Priester mehr um die Wahrheit als um seine eigene Freiheit besorgt:

„Dämonen existieren, egal ob Sie daran glauben oder nicht.“

Die Hauptfigur der Gerichtsverhandlung ist aber weder der Exorzist noch die Besessene, sondern die ehrgeizige Strafverteidigerin des Priesters. Selber Agnostikerin hat sie den Fall angenommen, um sich beruflich zu profilieren.

Auch die Rechtsanwältin begegnet immer häufiger unheimlichen Phänomenen. Denn – so Pfarrer Moore – „es gibt Kräfte, die diesen Prozeß umgeben“.

Der australische Priester und Konvertit Brian Harrison, der an der katholischen Universität in Puerto Rico unterrichtet, verfaßte für die traditionalistische US-Homepage Seattlecatholic.com eine Filmbesprechung.

Pater Harrison war selber bei Teufelsaustreibungen des römischen Exorzisten und Paulinerpaters Gabriel Amorth zugegen. In seiner Besprechung fragt er sich, ob aus Hollywood etwas moralisch und geistlich Gutes kommen könne. Er bejaht die Frage.

Der ‘Exorzismus der Emily Rose’ zeichne ein reales Bild: erschreckend, aber zugleich schön, machtvoll und anregend.

Katholische Familien könnten diesen Film durchaus ansehen – vorausgesetzt, daß die Kinder alt genug sind, um von den furchteinflößenden Szenen nicht traumatisiert zu werden.

„Ich versichere Ihnen, Sie werden den Kinosaal nach ‘Emily Rose’ im Glauben gestärkt, im Geist erbaut – und vielleicht mit Tränen in den Augen verlassen.“