10:07:22 | Freitag, 25. November 2005
Kinderabtreibung
Todbringende Missionsreise
Eine EU-Delegation wird in Kürze nach Südamerika aufbrechen. Ziel der Reise: Man will dazu beitragen, ungeborenen südamerikanischen Kindern den Garaus zu machen. Das Todeskommando wird sich auch darum bemühen, den Einfluß der Kirche in den besuchten Staaten zurückzudrängen.
(kreuz.net, Brüssel) Einige EU-Parlamentarier fühlen sich dazu berufen, die tödliche Kinderabtreibung
und die damit verbundene Gewalt gegen meist junge Mütter auch in Südamerika zu fördern.
Vom 1. bis
zum 10. Dezember reist eine EU-Delegation nach Brasilien und Peru, um „die Realität sexueller und reproduktiver
Rechte in Lateinamerika zu erforschen“. Die Delegation will auch in Erfahrung bringen, „wie weit der Einfluß
der katholischen Kirche auf diesem Gebiet reicht“.
Hinter der makabren Missionsreise steht das ‘Intereuropäische
Parlamentarier-Forum für Bevölkerung und Entwicklung’ (IEPFPD) sowie die radikale Abtreibungsorganisation,
die sich hinter dem Tarnnamen ‘Katholiken für eine freie Wahl’ verbirgt.
Beide Gruppierungen treten
für ein angebliches Recht auf Kinderabtreibung ein.
Die kinderfeindlichen EU-Missionare werden in Südamerika
Gelegenheit bekommen, mit Regierungsvertretern, Parlamentarien sowie verschiedenen Gruppierungen zusammenzutreffen,
welche „die reproduktive Gesundheit fördern“.
In den Gesprächen werde man sich vor allem darauf konzentrieren,
„den Einfluß der Religion in dieser Frage“ zurückzudrängen.
Der Reisetermin der EU-Lebensfeinde dürfte
nicht zufällig gewählt sein.
Denn kürzlich ist im brasilianischen Parlament eine Debatte über die
Einführung der Kinderabtreibung losgebrochen. Ein neuer Gesetzesentwurf sieht vor, ungeborenen Kinder
bis zur 12. Schwangerschaftswoche das Lebensrecht abzuerkennen. Im Fall einer Vergewaltigung soll die
Kinderabtreibung bis zur 20. Schwangerschaftswoche legalisiert werden.
In einem Gespräch mit der römischen
Nachrichtenagentur ‘Zenit’ erklärte Riccardo Cascioli – ein Experte für Menschenrechtsfragen in Entwicklungsländern
und Leiter des ‘Europäischen Studienzentrums für Bevölkerung, Umwelt und Entwicklung’ –, daß die Reise
der EU-Parlamentarier Teil einer groß angelegten internationalen Kampagne sei.
Sie diene dazu, Druck
auf die Länder auszuüben, in denen die Abtreibung verboten oder eingeschränkt erlaubt ist. Lateinamerika
sei das Hauptziel dieser Kampagne, weil es sich dabei um den einzigen Kontinent handelt, wo die Kinderabtreibung
noch weitgehend verboten ist.
Der Angriff auf die katholische Kirche spiele bei den Lebensfeinden eine
grundlegende Rolle, erklärt Cascioli: „Man wirft der Kirche vor, Einfluß auszuüben und die Annahme
von Gesetzen, die die Abtreibung fördern, zu verhindern.“
Das Intereuropäische Parlamentarier-Forum
für Bevölkerung und Entwicklung, das Anfang Dezember seine Missionsreise startet, wurde im Jahr 2000
gegründet. Es hat sich zum Ziel gesetzt, ein angebliches Recht auf Kinderabtreibung international zu
propagieren.
Zu den großzügigsten Unterstützern des Parlamentarier-Forums gehört das Abtreibungsnetzwerk
‘Föderation Planned Parenthood’, der UN-Bevölkerungsfond UNFPA und die Europäische Kommission.
In
den vergangenen Jahren hat die EU-Kommission – so Cascioli – die finanziellen Mittel zur Unterstützung
der Abtreibung in Europa und der ganzen Welt verdreifacht.
Dabei bediene man sich auch an Geldern, die
eigentlich für Zusammenarbeit und Entwicklung bestimmt sind.