09:19:45 | Montag, 28. November 2005
In Großbritannien kommen jährlich rund 50 abgetriebene Kinder atmend und schreiend zur Welt. Am St. Nikolaustag wird die US-Amerikanerin Gianna Jessen – die ihre eigene Abtreibung überlebte – den britischen Politikern ins abgetötete Gewissen reden.
(kreuz.net, London) In Großbritannien überleben jedes Jahr 50 Kinder die Abtreibungsgewalt. Diese Angaben
machten britische Ärzte gemäß einer Mitteilung der Londoner Wochenzeitung ‘Sunday Times’.
Das britische
Gesundheitsamt hat aufgrund dieser Angaben eine Untersuchung über mögliche ärztliche Pflichtverletzungen
eingeleitet.
In den vergangenen Monaten gab es unter britischen Ärzten und Parlamentariern
vermehrt
Stimmen, die ungeborenen Kindern im Alter von 3 bis 6 Monaten eine Lebensberechtigung gewähren wollen.
In Großbritannien sind solche Kinder bis zum erfüllten sechsten Lebensmonat vogelfrei. Im sechsten
Lebensmonat sind Kinder schon außerhalb des Mutterleibes lebensfähig.
Ab der Mitte des sechsten Monats
müssen zum Tode verurteilte ungeborene Menschen in Großbritannien durch eine Giftspritze ins Herz umgebracht
werden. Diese vorgeschriebene Tötungsmethode wird jedoch von vielen Abtreibern unterlassen – offenbar
weil der Eingriff schwierig sei.
Abtreiber, die lebende Kinder nach einer mißglückten vorgeburtlichen
Tötung nicht versorgen, können – theoretisch – wegen Kindstötung belangt werden.
Am 6. Dezember findet
im britischen Parlament zum Thema der Spätabtreibung eine Anhörung statt. Dabei wird unter anderen die
US-Lebensrechtlerin Gianna Jessen (28) sprechen.
Frau Jessen überlebte ihre eigene Abtreibung.
Ein
Abtreiber versuchte sie vergeblich im Mutterleib mit einer Salzlösung zu töten. Gianna wurde bei diesem
Angriff zwar verätzt. Sie kam aber lebend auf die Welt und wurde von einem Mitglied des Abtreibungspersonals
gerettet.
Heute leidet Gianna als Spätfolgen des Tötungsversuches an zerebralen Lähmungen. Diese behindern
ihre Körpermotorik.
Die ‘Sunday Times’ zitiert Frau Jesson mit der Frage: „Wenn es bei der Abtreibung
um die Rechte der Frau geht, wo waren dann meine Rechte?“
Die Zahl der Spätabtreibungen ist in den letzten
zehn Jahren in Großbritannien drastisch angewachsen. 1994 wurden 5.166 bereits lebensfähige britische
Kinder geschlachtet.
Im vergangenen Jahr 2004 starben 7.432 lebensfähige Babys durch die Hand eines
Abtreibers.
Als Ursuche für den dramatischen Anstieg nennt die Zeitung die verbesserten Möglichkeiten
im Ausforschen von behinderten Menschen. Mongoloide Kinder hätten zum Beispiel keine Chancen und würden
„routinemäßig“ eliminiert.
Der Leiter der Gynäkologie eines Londoner Spitals gestand, daß spätabgetriebene
Kinder atmend und schreiend zur Welt kommen können.