Montag, 28. November 2005 10:44
Unglaublich, wie Katholikenhasser gegenwärtig ihren niederen Gefühlen freien Lauf lassen. Einen Vorwand dafür finden sie in der Tatsache, daß die Kirche gerade ihre Position zu angehenden Priestern festlegt, die homosexuelle Tendenzen zeigen. Von Michael Coren.

Homo bei einem einschlägigen Aufmarsch im Jahr 2004
(kreuz.net) Mit einer Mischung von Unwissenheit, Selbsttäuschung und modischen Klischees hat die gleiche
Art von Leuten, die den Katholiken in der Vergangenheit die Bürgerrechte vorenthielten oder ihnen eine
Anstellung verweigerten, jüngst eine neue Keule gefunden, um damit auf ihren Feind einzuprügeln.
Keiner
sollte davon überrascht sein.
Der Katholizismus ist ein unbeirrbarer Wegweiser und Wächter, der sich
gegen den moralischen Niedergang und den materialistischen Extremismus stellt. Er ist ein Spiegel, der
die Absurdität der gegenwärtigen Welt sichtbar macht.
Doch die Welt weiß das nicht zu schätzen.
Schnell erheben Kritiker ihre Stimme, wenn sich die Kirche für soziale Gerechtigkeit stark macht, ein
Ende des Waffenhandels fordert, die Armen verteidigt, Krieg und Rassismus anklagt oder auf den empörenden
ökonomischen Abgrund zwischen entwickelten und unterentwickelten Ländern hindeutet.
Dennoch löst keine
dieser Positionen jene Empörung aus, die durch die kirchliche Haltung in Sachen Homosexualität bewirkt
wird. Wer sich gegen das homosexuelle Verhalten wendet, bricht die leuchtenden Gebote des zeitgenössischen
Liberalismus.
Doch die Kirche besitzt gute Gründe, warum sie Männer mit homosexuellen Tendenzen nicht
zum Priestertum zulassen will.
Sie betrachtet homosexuelles Verhalten als „objektiv ungeordnet“, erklärt
aber auch, daß Homosexuelle „mit Respekt, Mitleid und Mitgefühl akzeptiert werden müssen“. Reines Christentum
eben.
In der Frage der Sexualität geht es um den göttlichen Schöpfungsplan, um die Schönheit des
Unterschiedes zwischen denen, die Gott als Mann und Frau erschuf, um den Gebrauch der Sexualität als
Weise der Verherrlichung Gottes und nicht einfach als Mittel der menschlichen Selbstbefriedigung.
Die
hebräischen und griechischen Bibeltexte zu diesem Thema sind mehr als klar – die Lehren der frühen Kirche
und die Traditionen der Christenheit ebenfalls.
Die Gegner dieser Positionen gehören zu einer langen
historischen Linie angeblicher Christen, die das Lob der Zeiten den göttlichen Wahrheiten vorziehen.
Der zweite Grund für die Entschlossenheit der Kirche ist die Tatsache, daß die umfangreichste und objektivste
Studie, die je über die Mißbrauchsproblematik durchgeführt wurde – sie stammt vom ‘John Jay College
of Criminal Justice’ in Neu York – feststellte, daß bei 80% der nordamerikanischen klerikalen Unzuchtsfälle
der letzten 50 Jahre Burschen im Alter von 11 bis 17 Jahren betroffen waren. Nicht Mädchen, auch nicht
Buben vor der Pubertät.
(Nebenbei gesagt. Die Rate der klerikalen Unzuchtsfälle – so hoch sie auch
sein mag – entspricht der Rate in jedem anderen Lebensbereich. Der Unterschied besteht darin, daß die
Medien Unzuchtsfällen innerhalb der Kirche viel mehr Aufmerksamkeit schenken.)
Während es einige Leute
trösten mag, von einer kirchlichen „Pädophilie-Krise“ zu sprechen, besteht die Wahrheit darin, daß
die Kirche vor einer Homosexuellen-Krise steht.
Wohlgemerkt. Die meisten erwachsenen Homosexuellen wünschen
sich keinen sexuellen Umgang mit 12jährigen Buben. Sie sind davon abgestoßen. Außerdem gibt es auch
sexuell normal veranlagte Männer und Priester, die junge Frauen mißbrauchen. Die Pädophilie gibt es
ebenfalls als Perversion sowohl in der heterosexuellen als auch in der Homo-Spielart.
Auch müssen Homosexuelle
mit Liebe behandelt und von den gleichen Gesetzen und bürgerlichen Verhaltensweisen geschützt werden
wie jeder andere auch.
Aber das darf die Wirklichkeit nicht verdunkeln, obwohl sich einige Leute wünschen,
daß die Wahrheit sich in Luft auflöst.
Der Ursprung des gegenwärtigen Problems liegt im Zweiten Vatikanischen
Konzil, das in den 60er Jahren viele schöne Reformen einführte und einige notwendige Änderungen einleiten
wollte.
Gruppen von Eiferern benützten den Anlaß aber auf eine tragische Weise, um die Lehren der Kirche
zu verdrehen. Einige Priesterseminarien wurden zu Zentren für Homo-Rekrutierungen und bis anhin fest
verschlossene Türen wurden geöffnet.
Das dauerte bis zum Pontifikat von Johannes Paul dem Großen und
seines gegenwärtigen Nachfolgers.
Jetzt, wo die Kirche im Begriff ist, die Situation wieder ins Lot
zu bringen, wird sie von Leuten, die sich mehr um politische Moden als um den Schutz von jungen und verletzlichen
Burschen sorgen – man höre und staune – der sogenannte Homophobie angeklagt.
Der TV-Journalist Michael
Coren (46) stammt aus England und lebt in Kanada, wo er eine bekannte Fernseh-Talkshow leitet.