16:02:31 | Mittwoch, 30. November 2005
Ein italienischer Diözesanbischof, der sich – wie es sein Amt vorsieht – regelmäßig als Exorzist betätigt, erklärte kürzlich, daß er die Teufel auf Lateinisch zur Hölle jage. Und das aus gutem Grund.
(kreuz.net, Isernia) Der Bischof von Isernia in Süditalien, Mons. Andrea Gemma (74), ist weit über seine
Diözese hinaus als Exorzist bekannt.
In Presseberichten erhielt er als Teufelsaustreiber schon die Titulierungen
„Feind Satans“ und „Held der Söhne der Schuld“. Mons. Gemma nimmt mehrmals pro Woche Exorzismen vor.
Er hat zur Teufelsaustreibung auch zahlreiche Bücher verfaßt.
Beim
zweiten Exorzismus-Kurs an der päpstliche
Hochschule ‘Regina Apostolorum’ der Legionäre Christi hielt Bischof Gemma Mitte Oktober eine Einführungsvorlesung.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur ‘AFP’ warnte der Bischof kürzlich davor, zuhause mit dem Exorzismus
zu spielen. Die Information wurde am Sonntag von dem traditionellen US-Forum ‘Angelqueen’ im Internet
veröffentlicht.
Des Bischofs Rat für alle, die sich dem Einflußbereich des Teufels entziehen wollen:
„Lebe ein heiliges Leben, arbeite hart und weihe dich der Gottesmutter.“
Er besitze – verriet der Exorzist –
außerdem eine „geheime Waffe“ gegen Satan: „Wenn ich Lateinisch spreche, antwortet mir der Teufel auf
Latein. Doch er empfindet Greuel vor dieser Sprache.“
Ein Teilnehmer im Forum von ‘Angelqueen’ schlug
angesichts des bischöflichen Bekenntnisses vor, den Rosenkranz so oft wie möglich lateinisch zu beten.
„Versetzen wir den Dämonen in der Hölle jene Fußtritte, die sie schon wegen ihrer Versuchungen zur
läßlichen Sünde verdienen.“
Ein anderer stieg auf den Vorschlag ein. Er werde ab jetzt beim Rosenkranz
die Kirchensprache verwenden. Der Gedanke, den Teufeln zu schaden und die Engel zu erfreuen, motiviere
zum lateinischen Gebet.
Ein weiterer Forumsteilnehmer ernüchterte die euphorische Diskussion um die
Kirchensprache:
„Episcopi presbyterique non solum nesciunt, sed etiam linguam latinam scire nolunt“ –
zu Deutsch: „Bischöfe und Priester sind der lateinischen Sprache nicht nur unkundig, sondern sie wollen
sie auch nicht kennen.“