18:02:37 | Montag, 19. Dezember 2005
China
In chinesisch-patriotischen Priesterseminarien ist die Abtreibung keine Sünde
Als „abscheuliches Verbrechen“ bezeichnet das Zweite Vatikanum die Kinderabtreibung. Doch das darf man in den staatlichen Priesterseminaren in China nicht sagen.
(kreuz.net, Washington) Am 11. Oktober veröffentlichte die China-Kommission des US-Kongresses ihren Jahresbericht.
Darin wird eine endlose Reihe von Menschenrechtsverletzungen aufgelistet, die im letzten Jahr vom chinesischen
Regime begangen wurden.
Das berichtete der Nachrichtendienst ‘LifeSiteNews’.
Die China-Kommission wurde
im Oktober 2000 eingesetzt und hat die Aufgabe, die Menschenrechtssituation und die Entwicklung des Rechtsstaates
in China zu studieren.
Sie besteht aus neun Senatoren, neun Repräsentanten und fünf Beamten.
Die Kommission
kam zum Schluß, daß die chinesische Regierung die offiziellen Priesterseminarien der ‘Patriotischen
Vereinigung’ strikt kontrolliert.
Die ‘Patriotische Vereinigung’ ist eine 1957 von der kommunistischen
Partei gegründete und kontrollierte katholische Gegenkirche.
In den vom Staat anerkannten Priesterseminarien
der ‘Patriotischen Vereinigung’ sei es verboten, Lehren zu unterrichten, die der kommunistischen Parteilinie
widersprechen.
Themen wie die Kinderabtreibung, die Hilflosentötung, die künstliche Empfängnisverhütung
und die Ehescheidung seien dort tabu.
Die chinesischen Kommunisten erlauben dem Papst auch nicht, Bischöfe
zu ernennen.
Immerhin sei der Tod von Papst Johannes Paul II. und die Wahl von Papst Benedikt XVI. in
den Genuß einer minimalen Medienberichterstattung gekommen.
Gleichzeitig seien die Schikanen gegen Katholiken
verstärkt worden.
Die chinesischen Behörden hätten auch Internet-Räume geschlossen, wo über den
Papstwechsel vom vergangenen April diskutiert worden sei.
Die behördlichen Einschränkungen hätten
sich sogar auf Gläubige ausgedehnt, die zur ‘Patriotischen Gemeinschaft’ gehören.
Generell kam die
Kommission zum Schluß, daß es im letzten Jahr in Sachen Menschenrechte in China keine Fortschritte gegeben
habe.