16:57:08 | Samstag, 14. Januar 2006
Benedikt XVI.
Ein neues Gerücht macht in Rom die Runde und hat inzwischen die Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’ erreicht: Papst Benedikt XVI. wurde in den letzten Wochen offenbar gleich dreimal nachts in seiner alten Wohnung gesichtet.
(kreuz.net, Vatikan) Die Expeditionen des Heiligen Vaters sollen sich um etwa 21.00 Uhr zugetragen haben.
Gemeinsam mit seinem
Privatsekretär, Mons. Georg Gänswein sei der 78jährige Papst im Vatikan in ein
pechschwarzes Auto gestiegen.
Der Wagen habe den Vatikan durch eine Seitenausfahrt verlassen, sei durch
verschiedene Nebenstrassen gekurvt und habe schließlich die ehemalige Wohnung von Kardinal Ratzinger
an der Piazza della Città Leonina – in unmittelbarer Nähe des Vatikan – erreicht.
Der Papst sei sodann
aus dem Wagen gestiegen. Als Tarnung habe er eine schwarze Soutane getragen, wodurch der Eindruck erweckt
worden sei, daß sich hinter der dunklen Gestalt ein Priester verberge. Den Kopf gesenkt und verdeckt
durch eine schwarze Kopfbedeckung, habe er – wie in den alten Tagen als er noch Kardinal Ratzinger war –
die schwere Holztüre selber geöffnet.
Auf Zehenspitzen sei der verkleidete Papst dann in seine alten
vier Wände geschlichen, gefolgt von seinem Sekretär, Mons. Georg Gänswein.
Die Wohnung, in welcher
Papst Benedikt XVI. als Kardinal fast 24 Jahre lang gelebt hat, wird rund um die Uhr von einem vatikanischen
Sicherheitsbeamten bewacht.
Bei den nächtlichen Hausbesuchen gehe es offenbar nicht darum, schnell nach
einer Tasche oder nach einem Buch zu greifen, schreibt die Tageszeitung ‘La Stampa’. Der Heilige Vater
sei jeweils einige Stunden in der alten Wohnung geblieben.
Der Vatikanist von ‘La Stampa’ sucht auch
nach einer Erklärung für die nächtlichen Ausflüge des Papstes. Das verborgene Leben, das der Papst
vorher geführt habe, und das Leben im Rampenlicht, das jetzt sein Alltag sei, würden nur ein paar Hundert
Meter auseinanderliegen.
Vielleicht – so die psychologisierende Erklärung – sei die Versuchung selbst
für eine so starke und delikate Persönlichkeit wie Benedikt XVI. zu groß, für einige Stunden der Last
seines neuen Amtes zu entkommen.