09:34:43 | Mittwoch, 18. Januar 2006
Freimaurer
Hinter schwedische Gardinen
Der im deutschen Sprachraum vor allem für seine verbalen Grobianismen bekannte Sedisvakantistenpater Rolf Hermann Lingen wird für einige Zeit gesiebte Luft atmen.
(kreuz.net, Dorsten) Rolf Hermann Lingen, der sich selber als „römisch-katholischer Priester“ bezeichnet,
muß für zehn Tage ins Gefängnis. Das berichtete Lingen gestern in einer Aussendung.
Seit Jahren profiliert
sich Lingen vor allem mit rabiaten Wortmeldungen und emotionsgeladenen Beschimpfungen, die er in verschiedenen
Internetpublikationen veröffentlicht.
Lingen ist ein Vertreter des sogenannten Sedisvakantismus. Dieser
geht davon aus, daß der Stuhl Petri gegenwärtig vakant – das heißt: unbesetzt – sei und die Päpste
seit dem Konzil ihr Amt ungültig ausübten.
Der genaue Grund für die Ansetzung der Haftstrafe ist aus
der unklaren und eher gefühls- als inhaltsbetonten Ankündigung nicht einwandfrei ersichtlich.
Nach
eigenen Angaben muß Lingen ins Gefängnis, weil er darauf hingewiesen habe, „daß mir früher die Domain
katholisch.de gehörte“.
Es sei bekannt, daß man „in Deutschland eingekerkert wird, wenn man die Wahrheit
sagt“, erklärt Lingen weiter, ohne die offizielle juristische Begründung zu Wort kommen zu lassen.
Offenbar geht es um eine Streitfrage im Zusammenhang mit der Internet-Domain ‘katholisch.de’, die früher
im Besitz Lingens war und die ihm nach einem Rechtsstreit von der Deutschen Bischofskonferenz entrissen
wurde.
Die Aufforderung zum Haftantritt traf gestern Dienstag bei Lingen ein. Er muß sich innerhalb
der nächsten vier Wochen in der Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen einfinden.
Bei der Maßnahme handelt
es sich offenbar um ein Ordnungsgeld, das wegen Nichtbezahlung in eine Haftstrafe umgewandelt wurde.
Es werde hier – so Lingen – der Umstand ausgenützt, daß er von der Katholischen Kirche bankrott gepfändet
sei und somit das Ordnungsgeld, selbst wenn er wollte, nicht bezahlen könne.
Lingen sieht die Zukunft
eher pessimistisch: Es sei nicht zu erwarten, daß er in Zukunft noch viel an „Aufklärungsarbeit“ leisten
könne.
Darum bittet er die Leser seiner Online-Publikationen – „Kirche zum Mitreden“ – sicherheitshalber
seine gesamte Homepage zu speichern, da eine komplette Sperrung wahrscheinlich sei.