Montag, 6. Dezember 2004 18:28
Australischer Liturgiekrieg: Angriff ist die beste Verteidigung
Bischof und Pfarrer sind sich einig: Respektlos sind nicht die Mißbräuche der Priester bei der Zelebration der Heiligen Messe, sondern die Klagen der Gläubigen darüber.
John Alexius Bathersby, Erzbischof von Brisbane
John Alexius Bathersby, Erzbischof von Brisbane
(kreuz.net, Brisbane) Der Erzbischof von Brisbane, John Bathersby (68), mußte einen seiner Priester, Hochwürden Peter Kennedy, Ende November wegen rund hundert ungültiger Taufen maßregeln.

Pfarrer Kennedy hat die Gemüter nicht nur mit seinen eigenwilligen Taufformeln erhitzt. Es liegen dem Erzbischof nämlich auch zahlreiche Beschwerden wegen der Art und Weise vor, wie Hochwürden Kennedy in seiner Pfarrei St. Mary im Süden der Diözese Brisbane die heilige Messe liest. Brisbane ist die Hauptstadt des Bundesstaates Queensland im Nordosten Australiens.

Die australische Tageszeitung ‘Courier-Mail’ berichtete gestern, daß dem Erzbischof die Beanstandungen der Gläubigen wegen der Meßexperiemnte von Pfarrer Kennedy leid sind: „Leute aus dem rechten Kirchenflügel kommen mit kleinen Notitzblöcken, um mitzuschreiben und dann bei mir Beschwerde einzureichen“, meinte Erzbischof Bathersby. Das sei respektlos.

„Die Messe ist ein Akt der Anbetung, auch wenn große Mißstände in der Pfarrei St. Mary vorkommen“, so der Erzbischof. Es sei nicht richtig, während der Messe Fehler niederzuschreiben statt anzubeten. Dies grenze an Spionage. Und Spionage könne der Erzbischof partout nicht leiden.

Der verteidigte Pfarrer Kennedy kommentierte, dies sei eine der seltenen Gelegenheiten, wo er mit seinem Bischof übereinstimme.

Hochwürden Kennedy meint zum Vorgefallenen, seine Kirchenbesucher hätten kein Recht während der Messe mitzuschreiben, um zu kritisieren. „Sie haben keinen Respekt vor der Messe und der Liturgie.“
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