Montag, 20. Februar 2006 18:20
Eine vatikanische Quelle soll neue Informationen über die weitere Vorgehensweise des Papstes in Sachen Piusbruderschaft bekanntgegeben haben. Überstürzen sich die Ereignisse?

Alte Messe während des „Unde et memores“, nach der Konsekration
(kreuz.net, Vatikan) Das jüngste vatikanische Gerücht wurde gestern vom Direktor der Nachrichtenagentur
‘Catholic News Agency’, Alejandro Bermudez, auf seiner persönlichen Nachrichtenseite gestreut.
Bermudez
erwähnte eine „sehr vertrauenswürdige Quelle im Vatikan“, die ihm vom
jüngsten Treffen zwischen Papst
Benedikt XVI. und den Vorsitzenden der rund dreißig vatikanischen Dikasterien berichtete.
Der Heilige
Vater soll sich beim Treffen zuerst die Meinungen der Kurienkardinäle angehört haben. Danach habe er
entschieden, die Exkommunikationen der vier von Erzbischof Marcel Lefebvre im Jahr 1988 geweihten Bischöfe
aufzuheben.
Ein nächstes Treffen mit den Vorstehern der Kurie soll für Montag, den 20 März um 10.30
anberaumt worden sein. Dabei würden die praktischen Wege besprochen, um die liturgischen und kanonischen
Schwierigkeiten bezüglich der Priesterbruderschaft St. Pius X. auszuräumen.
Frühere Gerüchte sprachen
von einem zweiten Treffen, das am Donnerstag, dem 23. März, stattfinden und bei dem ein Dokument zur
Freigabe des überlieferten Ritus vorgelegt werden sollte.
Die genannte Quelle erklärte weiter, daß
der Heilige Vater seine Entscheidung in dieser Frage „sehr wahrscheinlich“ am Ostersonntag, dem 16. April
bekanntgeben werde.
An diesem Tag feiert Benedikt XVI. auch seinen 79. Geburtstag.
Bermudez berichtet
ferner, daß der Papst „möglicherweise“ auch Bischöfe aus aller Welt einladen werde, um die Alte Messe
auf eine nicht näher bestimmte Weise zu unterstützen.
Zusätzlich könnten die Lefebvristen eine Personalprälatur
bekommen. Das ist eine
Spekulation, die seit Ende Januar im Raum steht.
Am Samstag hatte die italienischen
Tageszeitung ‘L’Indipendente’ behauptet, daß die Aufhebung der Exkommunikationen
unmittelbar bevorstehe.
Entsprechende Verhandlungen zwischen dem Papst und dem Generaloberen der Piusbruderschaft, Bischof Bernard
Fellay, seien direkt über das Telephon geführt worden.
Dagegen hatte Bischof Fellay in einer Predigt
vom 2. Februar erklärt, daß Spekulationen um die Errichtung einer Apostolischen Administratur völlig
falsch seien. Zur Aussöhnung der Bruderschaft mit dem Vatikan gebe es nichts Neues.
Entgegenlautende
Berichte seien vom Teufel gesäte Gerüchte.
© Bild: Unavoce.org