07:46:54 | Freitag, 3. März 2006
Eine Rückkehr zum Alten wäre keine Lösung + Neuer Generalsekretär + Wird die USA zum Rechtsstaat? + Mohammed-Karikaturen in islamischen Staaten + Auszeit für die Priester
Eine Rückkehr zum Alten wäre keine LösungPeter Seewald: „Wäre es nicht denkbar, daß man, um dieser
[liturgischen] Gleichmacherei und Entzauberung entgegenzuwirken, den alten Ritus reaktiviert?
Kardinal
Joseph Ratzinger: „Das würde allein keine Lösung sein. Ich bin zwar der Meinung, daß man viel großzügiger
den alten Ritus all denen gewähren sollte, die das wünschen. Es ist überhaupt nicht einzusehen, was
daran gefährlich oder unannehmbar sein sollte. Eine Gemeinschaft, die das, was ihr bisher das Heiligste
und Höchste war, plötzlich als strikt verboten erklärt und das Verlangen danach geradezu als unanständig
erscheinen läßt, stellt sich selbst in Frage. Denn was soll man ihr eigentlich noch glauben? Wird sie
nicht morgen wieder verbieten, was sie heute noch vorschreibt? Aber eine einfache Rückkehr zum Alten
wäre, wie gesagt, keine Lösung.“
Aus: Joseph Kardinal Ratzinger „Salz der Erde“ Seite 188, Heyne-Taschenbuch,
06/2005, Erstausgabe 1996.Neuer GeneralsekretärSchweiz. Der 39jährige Luzerner Priester Felix Gmür
ist zum neuen Generalsekretär der Schweizer Bischofskonferenz ernannt worden. Er folgt ab Juli dem bisherigen
Generalsekretär Agnell Rickenmann nach. Das gab die Schweizerische Bischofskonferenz am Donnerstag in
Bern zum Abschluß ihrer Frühjahrsvollversammlung bekannt. Hw. Gmür ist seit Sommer 2004 Subregens am
Priesterseminar des Bistums Basel in Luzern und wirkt in zwei Schweizer Pfarreien. Er schloß seine Studien
mit einem Lizentiat in Theologie und einem Doktorat in Philosophie mit einer Arbeit über die Ästhetik
des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein († 1951) ab. Gegenwärtig arbeitet er an einem Doktorat
in biblischer Theologie.
Wird die USA zum Rechtsstaat?USA.
Auch der US-Bundesstaat Mississippi könnte
ungeborenen Menschen schon bald wieder das Lebensrecht zuerkennen. US-amerikanische Medien berichteten,
daß die dortige Parlamentskommission für öffentliche Gesundheit am vergangenen Dienstag ein Abtreibungsverbot
beschlossen hat, welches nur bei Todesgefahr für die Mutter eine Ausnahme vorsieht. In der kommenden
Woche wird die Vollversammlung des Parlamentes über den Entwurf entscheiden. Gouverneur Haley Barbour
kündigte an, daß er ein generelles Abtreibungsverbot höchstwahrscheinlich unterzeichnen wird. Gleichzeitig
erklärte er, daß ihm Ausnahmen bei Vergewaltigung und Inzest lieber wären.
Mohammed-Karikaturen in
islamischen StaatenDänemark. Die umstrittenen Mohammed-Karikaturen der dänischen Zeitung ‘Jyllands-Posten’
wurden mittlerweile in 143 Zeitungen und 56 Ländern nachgedruckt. Dies berichtete die protestantische
Nachrichtenagentur ‘idea’ am gestrigen Donnerstag. Unter diesen Ländern befinden sich auch neun überwiegend
muslimische Staaten, nämlich: Ägypten, Algerien, Bosnien-Herzegowina, Indonesien, Jemen, Jordanien,
Malaysia, Marokko und Saudi-Arabien.
Auszeit für die PriesterBelgien. Der Erzbischof von Mechelen-Brüssel,
Godfried
Kardinal Danneels (72), hat seinen Priestern empfohlen, einen Tag pro Woche eine ‘Auszeit’ zu
nehmen. Die Geistlichen sollten diesen Tag dazu nutzen, sich zu entspannen und auszuruhen, zu lesen, zu
studieren und zu beten. Das sei nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht, schreibt der Kardinal in einem
am Aschermittwoch veröffentlichten Brief an die Priester. In seinem Schreiben unterstreicht der Kardinal
auch die Bedeutung des Gebetes und die Notwendigkeit, jeden Tag die Messe zu lesen.