12:24:16 | Freitag, 3. März 2006
Was wird aus St. Georg werden?
Die Pfarrei St. Georg in Gelsenkirchen kämpft seit längerem gegen die beschlossene Aufgabe des Gotteshauses. Jetzt hat der Bischof geantwortet. Bilder.
(kreuz.net, Gelsenkirchen) Im Juni 2005 beschloß die Diözese Essen, die neuromanische St. Georg-Kirche
in Gelsenkirchen zu erhalten und als Filialkirche der Nachbarpfarrei weiterzuverwenden.
Die Stadt Gelsenkirchen
befindet im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen.
Doch im Januar kam überraschend eine kalte Dusche. St.
Georg – eine der größten Kirchen im Bistum Essen – soll dennoch aufgegeben werden. Dagegen entbrannte
in der Gemeinde ein Sturm der Entrüstung. Mahnwachen wurden organisiert.
Mitte Februar nahm der Bischof
von Essen, Mons. Felix Genn, in einem Brief an die Unterzeichner eines Protestschreibens Stellung zu den
Ereignissen.
In seiner Antwort erklärt der Bischof, daß er die Reaktionen aus St. Georg verstehen könne.
Er wehre sich aber gegen die Behauptung, daß die Vorgangsweise der Diözese ein gezieltes Täuschungsmanöver
gewesen sei.
Richtig sei vielmehr, „daß wir es versäumt haben, mit Ihrem Pfarrer und den Verantwortungsgremien
Ihrer Gemeinde über die veränderte Planung vor der endgültigen Entscheidung zu reden und eine Rückmeldung
zu erbitten“ – so der Bischof. Dafür wolle er sich entschuldigen.
Bereits bei der Erarbeitung des Juni-Vorschlages
sei darüber diskutiert worden, ob St. Georg wegen der Nähe zu den Pfarreien St. Augustinus und St. Joseph
sowie wegen ihrer Größe und der damit verbundenen hohen Kosten erhalten werden sollte.
Im Zuge der
Beratungen sei die Diözesanleitung immer stärker mit der Frage konfrontiert worden, ob die zukünftige
Pfarrei St. Augustinus angesichts des Geld- und Personalmangels die St. Georgs-Kirche wirklich erhalten
könne und angesichts der Nähe zu anderen Kirchen erhalten müsse.
Diese Überlegungen hätten zur Planungsänderung
geführt: „Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen“ – so Bischof Genn.
Der Bischofsrat habe
davon gesprochen, mit den Verantwortlichen aus St. Georg, der Stadt Gelsenkirchen und anderen möglichen
Partnern über sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten ins Gespräch zu kommen.
Leider sei dieser Schritt nicht sofort weiterverfolgt worden, so daß die „jetzige mißliche und sehr
bedauerliche Situation“ eingetreten sei.
Doch wegen der geschichtlichen Bedeutung und des Erscheinungsbildes
der Kirche St. Georg müßten die weiteren Nutzungsmöglichkeiten für dieses Gotteshaus sorgfältig geprüft
und entwickelt werden.
Er möchte als Bischof die besondere Zusage betonen, daß die Kirche St. Georg
nicht einfach „dicht gemacht“ werde, sondern daß gewissenhaft und gemeinsam weitere Überlegungen angestellt
werden müßten: „Das möchten wir mit Ihnen gemeinsam tun!“
Um die Ernsthaftigkeit seiner Zusage zu
verdeutlichen und einen zeitlichen Druck aus der Planung herauszunehmen, habe er als Bischof entschieden,
St. Georg so lange als Filialkirche der Pfarrei St. Augustinus zuzuweisen, bis ein neuer Zweck für die
Kirche gefunden sei.
„Damit verbinde ich allerdings die Erwartung, daß alle Verantwortlichen bald und
ernsthaft über Möglichkeiten einer neuen Nutzung der Kirche nachdenken.“