Dienstag, 7. März 2006 15:38
Im Zuge der
Reduzierung der Pfarreien in der Diözese Essen wird Mitte März die erste Kirche des Ruhrbistums profaniert.

St. Thomas-Morus Kirche in Essen
(kreuz.net, Essen) Am nächsten Sonntag zelebriert der Essener Weihbischof Franz Grave in der St. Thomas-Morus
Kirche in Bochum-Langendreer die letzte Heilige Messe. Dies berichtete die Homepage des Bistums Essen.
Der Stadtteil Langendreer befindet sich im Osten von Bochum. Die Stadt Bochum ist das Zentrum des mittleren
Ruhrgebiets im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Am Ende des Gottesdienstes werden die Kerzen gelöscht
und die Leuchter umgelegt. Dadurch soll verdeutlicht werden, daß in dieser Kirche fortan keine Messen
mehr gelesen werden.
Anschließend werden die Gläubigen gemeinsam mit dem Weihbischof am Missionskreuz
im Vorhof der Kirche ein Schlußgebet sprechen.
Die Kirche wurde im Juni 1978 konsekriert. Als das Gotteshaus
gebaut wurde, war eine bis heute nicht umgesetzte Bebauung der umliegenden Felder und Wiesen geplant.

Die Zukunft der Kirche – Abriß, Baugrundstücke oder profane Nutzung – ist noch ungewiß.
„Ich kann
das immer noch nicht verstehen, ausgerechnet unsere Kirche, meine Kirche“, erklärte eine Seniorin kürzlich
bei einem Pfarrkaffee. Sie sei traurig: „Meine Tochter war die erste, die in dieser Kirche geheiratet
hat.“
„So traurig das auch ist, es macht doch keinen Sinn, diese Kirche zu erhalten“, erklärt die ehemalige
Pfarrsekretärin. Die Elektrik sei marode, die Heizung müßte erneuert werden. Das wäre alles viel zu
teuer: „Diese Kirche ist einfach nicht zu halten.“

Es gebe die Überlegung – so die Pfarrsekretärin –
einen Kleinbus anzuschaffen, um für die Gehbehinderten einen Transfer zur nächsten Kirche zu ermöglichen:
„Mal sehen.“
Das Treffen der katholischen Pensionisten wird in Zukunft bei den Protestanten auf der anderen
Straßenseite stattfinden: „Presbyterium und Pfarrer haben schon zugestimmt.“