15:04:31 | Samstag, 11. Dezember 2004
Kinderabtreibung
Abtreibung, weil sich die Männer aus dem Staub machen
Gestern wurde die kenianische Vize-Umweltministerin mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Die Friedensnobelpreisträgerin hat auch einen Meinung zur Kinderabtreibung.
(kreuz.net, Oslo) Als erste Frau Afrikas hat die Kenianerin Wanari Maathai (64) gestern in Oslo den Friedensnobelpreis
erhalten. Die Vize-Umweltministerin wurde für das größte afrikanische Aufforstungsprojekt ausgezeichnet.
Kenia ist ein Staat in Ostafrika.
Gegenüber der norwegischen Zeitung „Dagon“ äußerte sich die Nobelpreisträgerin
am 7. Dezember zur Kinderabtreibung. „Abtreibung ist falsch“, sagte sie in dem Interview. Es gäbe keinen
Grund, einem bereits empfangenen Menschen die Möglichkeit auf seine Geburt und ein glückliches Leben
zu verwehren. Eine Kinderabtreibung mache beide, die Mutter und das Kind, zum Opfer.
„Wenn wir die Abtreibung
erlauben, bestrafen wir die Frauen. Diese lassen die Kinder abtreiben, weil sich ihre Männer aus dem
Staub machen.“ Frau Maathai unterstrich auch die Bestrafung der Kinder, denen das Leben jäh geraubt wird.
Die Friedensnobelpreisträgerin fragte auch nach den Ursachen der Kinderabtreibung. „Warum ist die Frau
gefährdet, neues Leben auszulöschen?“ Als Antwort sprach Frau Maathai die Mißstände in der Gesellschaft
an. Ein Teil dieser Antwort liege „in diesem Haus“, meinte die Vize-Ministerin und zeigte auf eine Abbildung
des kenianischen Parlamentsgebäudes. Frau Maathai kämpft für die Rechte der Frauen und fordert für
sie bessere Rahmenbedingungen. Sie versucht Männer auch finanziell für gezeugte Kinder zur Verantwortung
zu ziehen.
In Kenia ist die Kinderabtreibung mit Ausnahme der medizinischen Indikation strafbar. Die
Zahl der illegalen Abtreibungen werden auf 250.000 pro Jahr geschätzt. Den abgetriebenen Kindern stehen
rund eine Million Lebendgeburten gegenüber.